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Fotografie Tipps – Zehn Tipps für bessere Fotos // Teil 2

7. November 2017

Fotografie Tipps

Weiter geht´s mit dem zweiten Teil meiner Tipps für bessere Fotos. Hier findet ihr auch noch mal den ersten Teil, falls ihr den verpasst habt. Habt ihr schon ein wenig von dem, was ihr gelesen habt, umgesetzt? Ich bin neugierig! Aber nun geht es erst mal weiter.

6. Verschiedene Brennweiten

Die mm-Zahlen, die auf den Objektiven stehen (zum Beispiel 18-55, 50 oder 100), stehen für die Brennweite. Vereinfacht ausgedrückt sagt die Brennweite aus, wie groß der Bildausschnitt ist, den die Kamera einfängt. Dabei gilt: je kleiner die Zahl, desto größer der Bildausschnitt.

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Eine Brennweite von 50 zeigt ungefähr den Ausschnitt, den auch das menschliche Auge erfassen kann, alles darunter ist weitwinklig und wird leicht verzerrt dargestellt. Das funktioniert sehr gut bei Landschaften oder Fotos, die Weite zeigen sollen, wie zum Beispiel auch bei Interieur Aufnahmen. Bei Detailaufnahmen, wie zum Beispiel dem Honigglas im Beispielfoto sieht es eigenartig aus, wenn es verzerrt wird. Hier sollte man dann eher eine etwas höhere Brennweite ab 50 mm wählen. Welche Brennweite man am besten nutzt, hängt also davon ab, welches Motiv man fotografieren möchte.

Probiert für verschiedene Motive (Landschaften, Details, etc.) die verschiedenen Brennweiten aus, die ihr zur Verfügung habt und vergleicht, mit welcher Brennweite euch das jeweilige Motiv am besten gefällt.

7. Untergrund und Hintergrund

Wie ein Foto wirkt, hängt auch stark davon ab, welchen Untergrund und welchen Hintergrund das Objekt hat. Grundsätzlich sollte man bei seinem Motiv immer auf einen ruhigen Hintergrund achten, der nicht von dem ablenkt, was man eigentlich fotografieren möchte. Entweder man räumt störendes kurz zur Seite oder man verändert eben den Bildausschnitt. Das Foto vom lachenden Sohn wirkt um einiges schöner, wenn kein Wäschekorb mit schmutziger Wäsche dahinter steht.

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Gerade in der Foodfotografie trägt auch ein schöner Untergrund maßgeblich zu einem Foto, das Lust auf das Essen macht, bei. Stellt man zum Beispiel einen leichten Frühlingssalat auf einen komplett schwarzen Tisch, geht sehr viel Stimmung verloren. Welcher Untergrund passend ist, hängt stark vom Motiv ab – altes Holz, ein Hocker, ein schöner Tisch. Auch bedruckte Tapeten erledigen einen tollen Job, allerdings muss man da etwas aufpassen, da der Effekt verloren geht, sobald man auf dem Endergebnis sieht, dass es sich um bedrucktes Papier handelt.

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8. Schärfe und Unschärfe

Den Effekt, das nur ein Teil des Bildes scharf ist und der Rest verschwimmt, erreicht man nur über die Blendeneinstellung im manuellen Modus. Je kleiner die Blendenzahl (z.B. 1.8), desto unschärfer wird der nicht fokussierte Bereich. Dafür braucht man natürlich aber ein lichtstarkes Objektiv. Nur das Hauptmotiv im Bildausschnitt scharf abzubilden und den Hintergrund oder Dinge, die vor dem Hauptmotiv stehen, verschwimmen zu lassen, ist meiner Meinung nach eines der schönsten Stilmittel in der Fotografie, aber dazu gehört eben, sich intensiv mit der Theorie der Fotografie auseinanderzusetzen – und da kommen wir auch schon zum nächsten Punkt.

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9. Kamera kennenlernen

Um wirklich gute Fotos in allen Situationen zu machen, führt kein Weg daran vorbei, sich mit der Kamera auseinanderzusetzen. Im Automatikmodus kommt man über Knipserei auf keinen Fall hinaus, allerdings gilt hier: lieber Fotos, die mit dem Automatikmodus gemacht wurden, als gar keine oder komplett verwackelte. Am besten setzt man sich ganz in Ruhe und ohne Druck mit der Kamera auseinander. Wenn man das Zusammenspiel aus ISO, Belichtungszeit und Blende ein Mal wirklich verinnerlicht hat, ist es nicht mehr schwer. Aber bis dahin dauert es eben ein wenig.

10. Bildbearbeitung

Oft ist es so, dass die Fotos, die uns am meisten beeindrucken, nichts mehr mit der Realität gemeinsam haben, ohne dass es auffällt. Darüber kann man sich jetzt aufregen oder man genießt einfach, das man ein schönes Foto betrachtet und hat gar nicht den Anspruch, dass es die Realität wiedergeben soll. Ein schönes Foto ist immer auch ein Stück Kunst. Und wie der jeweilige Künstler, in diesem Fall der Fotograf, seine Kunst umsetzt, ist nur ihm überlassen. Ich schreibe das deshalb, weil man den Anspruch an die eigenen Fotos oft an die Ergebnisse von anderen anpasst. Wir wissen aber nie, wie viel und was andere daran bearbeitet haben und sind dann enttäuscht von unseren eigenen Ergebnissen.

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Es lohnt sich sehr, sich mit der Thematik zu beschäftigen, Zeit in die Recherche und Übung zu investieren und sich so langsam an seinen eigenen Stil heranzutasten. Die einfachste Variante: Googelt „Name eures Bildbearbeitungsprogramm + Tutorial“ und schaut euch alle möglichen Videos, Texte und ggf. Workshops dazu an.

Außerdem ist es auch völlig in Ordnung, wenn ihr überhaupt gar keine Lust habt, eure Fotos zu bearbeiten. Das Ergebnis muss EUCH gefallen, sonst niemandem. Wenn ihr allerdings mit euren Fotos grundsätzlich nicht happy seid, denkt einfach mal drüber nach, ob ihr mit der Bearbeitung etwas daran ändern könnt. Ich bearbeite meine Fotos in Adobe Lightroom.

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Das wichtigste zum Schluss: Perfektion über Board werfen

Ihr werdet nicht von Anfang an gut fotografieren können. Vergesst es! Durch´s Üben werdet ihr besser – je mehr Fotos ihr macht und je mehr ihr euch damit beschäftigt, umso besser werden eure Fotos. Neben all den Tipps sollte man aber vor allem nicht den Spaß an der Sache verlieren und vergessen, welchen enormen Wert auch vermeintlich „schlechte“ Fotos nach Jahren für euch haben werden. Seid nicht zu perfektionistisch! Eines Tages seid ihr sehr dankbar über das verrauschte, verwackelte Bild aus dieser einen Nacht, die ihr mit Freunden verbracht habt.

Natürlich ist es schwer, pauschale Tipps zu geben, die für alle gleich interessant sind. Jemand, der hauptsächlich für den Blog fotografiert, braucht natürlich andere Tipps, als jemand der hauptsächlich privat seine Familie fotografiert. Aber ich denke, es ist bei diesen zehn Tipps für jeden etwas dabei gewesen, auf das er in Zukunft achten kann. Wichtig ist mir vor allem auch, euer Selbstbewusstsein in dieser Hinsicht zu stärken. Ihr müsst euch an gar keine Tipps halten, wenn ihr das nicht wollt. Ihr macht es nicht falsch – ihr macht es genau so, wie ihr mit dem Ergebnis happy seid. Darum geht es in der Fotografie. Um nichts anderes!

Habt es schön!
Nadine

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5 Kommentare

  • antworten Saskia 7. November 2017 at 8:39

    Hallo liebe Nadine!
    Ich glaube dein Fazit fasst diese Thematik schon ganz schön zusammen – Fotografieren braucht Entwicklung. Und gerade wenn man etwas neues beginnt, hat man natürlich unbewusst schon Vorbilder im Kopf und die sind am Anfang einfach oft nicht erreichbar. Und schon ist man frustriert. Dabei übersieht man ganz schnell, dass jeder ja einmal so angefangen hat 🙂 Und auch unperfekte Fotos sind ja meißtens die, die den Moment am Besten festhalten 🙂
    Hach und natürlich Punkt 10! Bildbearbeitung. Die Basis sollte natürlich stimmen, aber mit Photoshop und Co kann man tatsächlich so viel aus Bildern noch rausholen. Und man ganz einfach den Stil verändern 🙂 Es ist eben nochmal ein kreatives Mittel um sich weiter auszutoben 🙂

    Danke für deine tollen Tipps, die sicher gerade Anfänger sehr weiter helfen 🙂
    Ich wünsche Dir einen produktiven Dienstag!
    Liebste Grüße an Dich! ♥ Saskia von Dem Wind entgegen

    • antworten Dreierlei Liebelei 7. November 2017 at 9:30

      Liebe Saskia, vielen Dank für deinen Kommentar! Ich finde das auch so so wichtig, sich nicht mit „unerreichbarem“ zu vergleichen… Wenn ich meine Fotos nicht bearbeite, sehen sie natürlich anders aus, wie bei jemandem, der sie extrem bearbeitet. Solche Vergleiche demotivieren einfach!

  • antworten Kathy Loves 7. November 2017 at 12:22

    Den letzten Punkt musste ich über meine Blogjahre hinweg auch erst lernen 😀
    Heute mache ich nur noch „Frei Schnauze“ und meistens sieht es dann doch ganz gut aus. Man ist oft viel zu verkrampft im Umgang mit den Kameraeinstellungen. Ist wie mit dem Auto fahren: Routine und dennoch überall ein Auge drauf haben!

    Liebe Grüße
    Kathy

  • antworten Veronika 8. November 2017 at 6:23

    Hallo Nadine,

    vielen Dank für die Serie über das Fotografieren! Als ganz normaler Urlaubs- und Handyfotograf ohne größere Ambitionen hab ich mich schon oft gefragt, wie viele Blogger immer nur so verdammt tolle Fotos hinbekommen. Dieses Mysterium ist jetzt für mich ein wenig gelüftet ☺️ Besonders die Tipps 3, 4 und 10 werd ich in Zukunft mal ausprobieren.

    Toller Blog übrigens! Ich schau gern vorbei – der Schreibstil gefällt mir sehr und natürlich auch wegen der Fotos.

    Liebe Grüße,

    Veronika

  • antworten Tina Gallinaro 13. November 2017 at 8:22

    Hallo Nadine,
    gerade was fotografieren angeht, bin ich noch ein blutiger Anfänger.
    Von daher kommen deine Tipps gerade goldrichtig.
    Vielen Dank für diesen wertvollen Input.
    LG Tina

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