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Fotografie Tipps – Zehn Tipps für bessere Fotos // Teil 1

13. Oktober 2017

Fotografie TippsIch liebe die Fotografie – nicht umsonst habe ich das Fotografieren mittlerweile zu meinem Beruf gemacht. Wer schon länger mitliest, wird wissen, dass ich keine Ausbildung zur Fotografin gemacht und mir das Fotografieren selbst beigebracht habe. Und ich bin ganz ehrlich der Meinung, dass jeder fotografieren lernen kann, wenn er wirklich Bock drauf hat. Fotografieren lernt man durch ausprobieren, durch das an-seine-Grenzen-des-Könnens-geraten und einfach darüber hinaus gehen. Ich habe meine Kamera studiert, wollte alles über sie wissen, lerne auch heute noch jeden Tag dazu und habe vor allem unfassbar viel Freude an der Fotografie. Das ist eines der größten Geheimnisse dahinter. Aber ein paar grundlegende Tipps für bessere Fotos habe ich trotzdem noch für euch aufgeschrieben. Die ersten fünf habe ich heute für euch.

1. Realistische Einschätzung

Letzlich denkt man als Laie oft „teure Kamera – gute Fotos“ und ich sag´s sehr ungern, weil es so ein Klischee ist, aber: Nicht die Kamera macht das Foto, sondern die Person dahinter. Jemand, der überhaupt gar keine Ahnung vom Fotografieren hat, wird auch mit der teuersten Kamera dieser Welt keine schönen Fotos machen. Wiederum kann jemand, der ein paar Regeln beachtet und einen Blick für das Schöne hat, auch mit einem Handy, das eine einigermaßen annehmbare Kamera integriert hat, phantastische Fotos machen. Ich habe zum Beispiel in New York fast nur mit dem iPhone fotografiert und liebe die Fotos trotzdem sehr.

Die Kombination aus einer guten Kamera, einer Person dahinter, die sie bedienen kann und ggf. noch Bildbearbeitung, ist und bleibt aber natürlich die Kombination, aus der Traumfotos sind. Ihr müsst realistisch bleiben – mit einer kleinen Digitalkamera oder dem Handy werdet ihr natürlich niemals die selben Ergebnisse bekommen, wie ihr sie zum Beispiel hier auf dem Blog seht. Da möchte ich euch nichts vormachen. Passt eure Erwartungen an und steigert euch langsam. Gebt euer Bestes mit den Mitteln, die ihr zur Verfügung habt und vergleicht euch nicht mit denen, die ganz anderes Equipment nutzen und schon seit Jahren fotografieren. Niemand, der heute gute Fotos macht, hat erst gestern damit angefangen, sich intensiv damit auseinanderzusetzen. Fangt an! Übung macht den Meister!

Fotografie Tipps

Fotografiert mit dem iPhone 6s. Bearbeitet in Instagram.

 

2. Gutes und schlechtes Licht

Für mich einer der wichtigsten Punkte überhaupt. Gutes Licht ist unerlässlich für gute Fotos. Ich fotografiere niemals in direktem Sonnenlicht am Mittag – das gibt harte Schatten, Kanten und Kontraste, wo keine hingehören. Wenn die Sonne weit oben am Himmel steht, suche ich mir entweder schattige Ecken oder erschaffe mir mit einem Diffusor (Partnerlink) selbst sanfteres Licht.

Fotografie Tipps Diffusor

Die Ergebnisse dieses Shootings könnt ihr hier anschauen.

Probiert es mal ohne Kamera aus! Stellt einen Freund, eine Freundin, die Mutter, das Kind oder wen auch immer mit dem Gesicht zur Sonne und schaut euch an, wie das Gesicht dabei aussieht. Und dann dreht das Gesicht weg von der Sonne, so dass die Sonne dem Test-Model auf den Hinterkopf scheint. Eines vorneweg: der zweite Teil ist um einiges vorteilhafter, so seht ihr keine harten Schatten im Gesicht und die Augen werden nicht zusammengekniffen.

Toll für Fotos ist das weiche Morgen- oder Abendlicht, in der so genannten Golden Hour oder Blue Hour. Wenn die Sonne gerade am auf- oder untergehen ist, sorgt sie für einen goldenen Schein und weiche Konturen.

Auch Kunstlicht, die normale Deckenlampe und der Blitz sind für atmosphärische Aufnahmen nur bedingt geeignet. Ich fotografiere entweder bei Tageslicht oder nutze diese (Partnerlink) Tageslichtlampen. Das beste Licht für meine Fotos liefern helle, aber bewölkte Tage. Welches Licht das beste ist, kann man aber pauschal nicht sagen, da es eben Geschmackssache und eine Frage des persönlichen Stils ist.

Um dunkle Schatten oder das ganze Motiv aufzuhellen, nutze ich oft einen Reflektor  (Partnerlink). Das Motiv steht dann zwischen meiner Lichtquelle und dem Reflektor, der das Licht zurückwirft und dafür sorgt, dass das Motiv auch von der anderen Seite ausgeleuchtet wird.

Probiert es mal aus und fotografiert das selbe Objekt in verschiedenen Lichtsituationen. Ein Mal komplett im Schatten, ein Mal im direkten Sonnenlicht. Sonne seitlich, Sonne von vorne, Sonne von oben, Sonne von hinten, Gegenlicht morgens, mittags und abends – und dann vergleicht, welches Licht euch auf euren Fotos grundsätzlich am besten gefällt. Ihr werdet überrascht sein, wie anders euer Motiv in den unterschiedlichen Lichtverhältnissen wirkt.

 

3. Perspektive und Linien

Die Perspektive ist immens wichtig dafür, ob man ein Foto schön findet oder nicht. Man sollte auf die Linien im Foto achten – ist der Horizont gerade? Gibt das Foto einen realistischen Blick wieder, wie wenn man selbst vor dem Motiv stehen würde?

Orientiert euch bei allen Perspektiven an den Linien, die man im Bild sieht, wie in meinen Beispielen die Wandecke, das Fensterbrett oder die Maserung des Holzes, an der ich die Scheibe Knäckebrot ausgerichtet habe. Sucht in eurem Motiv nach einer Linie, die ihr originalgetreu abbilden könnt und orientiert euch an ihr.

Wichtig sind auch die Linien innerhalb des Motivs, wie zum Beispiel die Linie, die der Löffel im Chutney-Glas bildet. Die Linie zeigt direkt auf das Hauptmotiv und führt das Auge dorthin.

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4. Bildaufteilung und Bildausschnitt

Es gibt in der Welt des guten Designs einige verschiedene Regeln für ein harmonisches Verhältnis. Am einfachsten umzusetzen ist in der Fotografie aber die Drittel-Regel. Dabei wird der Bildausschnitt in der Horizontalen und Vertikalen jeweils in drei Teile eingeteilt und man achtet darauf, dass das Motiv sich an den Linien orientiert. Das erfordert am Anfang etwas Übung, aber mit der Zeit prägt man sich diese Herangehensweise ein und es funktioniert automatisch.

Außerdem gilt bei Frontalaufnahmen: lieber mehr „Himmel“ als Boden, weil es Weite erzeugt. Das bezieht sich nicht nur auf Fotos, auf denen tatsächlich Himmel zu sehen ist, sondern auch auf solche, wie ihr sie im unteren Beispiel seht. Lieber den unteren Bereich sparsamer abbilden und am unteren Bilddrittel orientieren.

Bei Aufnahmen von Menschen nie das Kinn anschneiden, wenn angeschnitten werden muss, lieber die Stirn. Außerdem immer auf die Füße achten – es sieht nicht schön aus, wenn der ganze Mensch abgebildet ist, aber die Füße abgeschnitten wurden.

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5. Schöne Motive liefern schöne Fotos

Klingt nach einem völlig unnötigen Tipp, aber ist euch schon mal aufgefallen, dass uns meist gefällt, was wir auf den Fotos sehen, wenn wir ein Foto beeindruckend finden? Wir sagen „Das ist aber ein schönes Foto!“, meinen aber eigentlich „Das, was auf dem Foto zu sehen ist, gefällt mir!“. Das schöne Lachen der Person, das großartig durchdachte Foodstyling mit den perfekt passenden Requisiten. Der alte Tisch, der schon so viele Dinner beherbergt hat und quasi eine Geschichte erzählt. Die stimmigen Farben, Strukturen und Muster. Wer schöne Fotos macht, setzt sich schon bevor er den Auslöser drückt, mit seinem Motiv auseinander.

Je öfter man wirklich aufmerksam fotografiert, desto mehr trainiert man sein Auge für das Schöne und das Interessante – selbst, wenn man die Kamera im Manuellen Modus bedienen kann, nutzen die besten Einstellungen nichts, wenn das Motiv nicht schön ist. Es spricht auch nichts dagegen, im Bildausschnitt etwas „aufzuräumen“ – manchmal muss man selbst dafür sorgen, dass das was wir fotografieren wollen, etwas hübscher aussieht.

Analysiert mal ein paar Fotos, die euch gut gefallen. Was gefällt euch denn genau an ihnen? Harmonierende Farben? Strukturen? Die Emotion oder Sehnsucht, die es auslöst? Ihr werdet merken, dass es bei den schönen Fotos ganz selten wirklich auf die perfekten Kameraeinstellungen ankommt, sondern auf das, was ihr darauf oder darin seht.

Kräutergarten in der Küche

Natürlich ist es schwer, pauschale Tipps zu geben, die für alle gleich interessant sind. Jemand, der hauptsächlich für den Blog fotografiert, braucht natürlich andere Tipps, als jemand der hauptsächlich privat seine Familie fotografiert. Aber ich denke, es ist bei diesen ersten fünf Tipps für jeden etwas dabei gewesen, auf das er in Zukunft achten kann. Wichtig ist mir vor allem auch, euer Selbstbewusstsein in dieser Hinsicht zu stärken. Ihr müsst euch an gar keine Tipps halten, wenn ihr das nicht wollt. Ihr macht es nicht falsch – ihr macht es genau so, wie ihr mit dem Ergebnis happy seid. Darum geht es in der Fotografie. Um nichts anderes!

Habt es schön!
Nadine

Die mit Partnerlink gekennzeichneten Links sind Amazon-Partnerlinks. Wenn ihr darüber einkauft, zahlt Amazon mir eine kleine Provision. Ihr bezahlt in diesem Fall aber selbstverständlich nicht mehr – ihr unterstützt mich allerdings dadurch bei meiner Arbeit an diesem Blog. Lieben Dank für eure Wertschätzung!

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5 Kommentare

  • antworten Saskia 13. Oktober 2017 at 8:25

    Hallo liebe Nadine!
    Es ist toll, dass du dein Wissen und all deine persönlichen Erfahrungen mit uns teilst! 🙂 Dafür liebe ich nämlich Blogs, dass man Wissen teilen und sich austauschen kann 🙂
    Ich habe mein Herz auch ein wenig an die Fotografie verloren. Und mit einem hast du definitiv Recht: Nicht die Kamera alleine macht die Fotos, sondern der Mensch dahinter 🙂 ich habe schon so viele großartige Fotos gesehen, die auf einer ganz normalen Digitalkamera gemacht wurden. Da kommt es auf so viel Mehr an als das Budget das man zur Verfügung hat.
    Für mich macht tatsächlich das Licht, die allergrößte Magie aus. Wann immer ich kann mache ich Fotos eben Abends, wenn das Sonnenlicht schon so wunderbar golden ist. Die Stimmung ist einfach jedes Mal besonders! 🙂

    Ich wünsche Dir einen produktiven Freitag und einen tollen Start ins Wochenende!
    Liebste Grüße an Dich! ♥ Saskia von http://www.demwindentgegen.de

    • antworten Dreierlei Liebelei 14. Oktober 2017 at 8:15

      Ja, das Licht ist auch für mich das Wichtigste! Man unterschätzt das, wenn man mit dem Fotografieren anfängt – aber wer mit Licht umgehen kann, hat schon die besten Voraussetzungen ♥

  • antworten Caroline Forster 14. Oktober 2017 at 8:05

    Hallo Nadine,

    herzlichen Dank für Deine Foto-Tipps. Ich selbst bin Amateurin auf diesem Gebiet, doch für meinen Blog brauche ich Fotos, die den Leser ansprechen. Das ist nicht einfach und manchmal nervt es auch.

    Aber ich werde Deine Ratschläge umsetzen und freue mich schon auf bessere Fotos.

    Liebe Grüße
    Caro

    • antworten Dreierlei Liebelei 14. Oktober 2017 at 8:13

      Liebe Caro, üben üben üben – ich fotografiere seit fast sieben Jahren so gut wie täglich, irgendwann wird es einfacher, aber auch ich lerne noch ständig dazu. Die Hauptsache ist tatsächlich: Spaß am Fotografieren haben!

  • antworten Garten Fräulein 15. Oktober 2017 at 20:29

    Liebe Nadine,

    danke für die tollen Tipps und Infos! Auch dein Newsletter war wieder super und hat mir Mut gemacht, mich weiter in Lightroom einzuarbeiten 🙂
    Danke dir

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