Jobliebelei

Wie es wirklich ist, von dem zu leben, was man liebt // Interview mit Melina von Vanilla Mind

2. Februar 2018

#Jobliebelei mit Melina von Vanilla Mind

Heute geht´s los. Heute fällt der Startschuss für meine neue #Jobliebelei-Serie. Worum es geht, könnt ihr hier noch mal nachlesen. Den Anfang macht eine Frau, deren Arbeit ich ganz besonders schätze. Melina von Vanilla Mind schreibt seit knapp drei Jahren einen Business Blog für Schüchterne und Introvertierte – sie ist quasi das Paradebeispiel dafür, dass man sich von seinen eigenen Ängsten nicht lähmen lassen sollte, um das Leben zu führen, das man führen möchte. Aber lest selbst!

#Jobliebelei mit Melina von Vanilla Mind

Hallo Melina, erzähl meinen Lesern doch bitte zuerst Mal ein klein wenig über dich: wer bist du? Wofür schlägt dein Herz? Und womit verdienst du deinen Lebensunterhalt?
Ich bin Melina, Nordlicht aus Lübeck und arbeite als Creative Director. Ich bin durch und durch ein Kreativling und plane und gestalte mit meinem Mann zusammen Unternehmensauftritte von Industriekunden, unter anderem aus dem TecDAX. Zuvor habe ich etwa 6 Jahre in einem Verlag als Designerin gearbeitet, ehe ich dann mit meinem Mann Timon gemeinsame Sache gemacht habe. Er war schon jahrelang selbstständig – als Designer und Projektmanager – und hatte genug Arbeit für uns zwei. Jackpot!

Das war Anfang 2014. Ende 2014 kam Vanilla Mind zu meiner Tätigkeit hinzu. Vanilla Mind ist mein Blog, auf dem ich über Persönlichkeitsentwicklung, Selbstvertrauen und Achtsamkeit für Schüchterne und Introvertierte schreibe. Meine Schreib-Tätigkeit, die 2017 sogar zu meinem ersten Buch (Verstecken gilt nicht [Partnerlink], erschienen bei Random House) führte, nimmt seitdem immer mehr Platz in meinem Arbeitsalltag ein. Mittlerweile schreibe, texte, berate und layoute ich als Designerin und Autorin. Sowohl für Kunden, als auch für meine eigenen Projekte bei Vanilla Mind.

#Jobliebelei mit Melina von Vanilla Mind

Was war der ausschlaggebende Grund dafür, diesen Schritt wirklich zu gehen?
Eigentlich lautet mein Steckbrief: Angsthase. Grüblerin. “Was wäre wenn”-Spezialistin. Aber ich bin auch sehr freiheitsliebend und unabhängig. Schon immer gewesen. Ich konnte bei meinem Mann schon erahnen, wie viel Freude es mir machen würde, dasselbe zu tun – und dann auch noch gemeinsam!

Als Eule, die nicht vor 1 oder 2 Uhr nachts ins Bett geht und vor 12 Uhr mittags ungefähr so leistungsfähig und mitteilsam ist wie ein Stück Knäckebrot, fiel es mir außerdem schon immer schwer, mich dem typischen 9-to-5 Rhythmus anzupassen. Ich war oft kränklich und sammelte jede Erkältung ein, die gerade durch das Büro wanderte. Neben der Freiheit, mir meine Zeit selbst einzuteilen, schätze ich aber besonders die Freiheit, viel Zeit mit meinem Mann zu verbringen und unsere eigenen Projekte voranzutreiben. Ich bin jemand, der eigene Ideen hat, sich einbringen möchte und den eigenen Kopf nicht abstellen kann. Dabei hatte ich früher immer mehr das Gefühl, dass mein eigenständiges Denken zu Problemen führt. Keiner wollte eine Angestellte, die mitdenkt und Vorschläge macht. Oder die es wagt, ein eigenes Leben zu haben und Arbeit nur an die zweite Stelle setzt.

#Jobliebelei mit Melina von Vanilla Mind

Hattest du anfangs in deinem persönlichen Umfeld mit Vorurteilen oder Gegenwind zu kämpfen? Und wie steht dein Umfeld jetzt zu deinem Job?
Ich glaube, solche Klassiker kennen alle, wenn es um das Thema Selbstständigkeit geht. „Hast du das denn studiert?“, „Du willst dich echt in so eine Unsicherheit begeben?“,
„Und was ist mit deiner Rente?“, „Kann man davon überhaupt leben?“

Und so weiter. Die Antwort ist fast immer dieselbe: „Man kann mit (fast) jeder Tätigkeit erfolgreich sein, wenn man es richtig anstellt.“ Und zum Thema Sicherheit kann ich nur sagen: Wie sicher ist denn ein Angestellten-Job, der jederzeit gekündigt werden kann und man dann ohne Rücklagen dasteht? Während viele Angestellte so leben, als wäre es klug, sein Konto jeden Monat auf Null zu wirtschaften und sogar kleinste Konsumgüter auf Pump kaufen, denken Selbstständige an ihre Zukunft und bilden Rücklagen.

Ich glaube, mein Umfeld versteht immer noch nicht ganz, was ich nun genau mache. 😉 Das ist aber nicht weiter dramatisch. Das Internet hat die Arbeitswelt stark verändert und durch die vielen neuen Möglichkeiten lassen sich klassische Berufsbilder meiner Meinung nach nicht mehr so klar abgrenzen wie früher. Unterstützt werden mein Mann und ich aber ganz hervorragend von unserer Familie!

#Jobliebelei mit Melina von Vanilla Mind

Was sind für dich persönlich die negativen Seiten an der Selbstständigkeit?
Negativ empfinde ich auf jeden Fall die fehlende Unternehmerkultur in Deutschland. Gerade las ich einen guten Artikel von Catharina Bruns (Autorin von “Work is not a Job”) zu diesem Reizthema. Leider wird es Gründern in Deutschland unnötig schwer gemacht. Der Existenzgründungszuschuss beispielsweise ist eine reine Ermessensleistung und hängt (ohne Scherz!) davon ab, ob dein Sachbearbeiter dich sympathisch findet oder eben nicht. Viele Regelungen und Versicherungen für Selbstständige sind völlig an der Realität vorbeigedacht und auch das Vorurteil der Unsicherheit wird weiter fleißig gefüttert und somit zu Unrecht Angst und Schrecken verbreitet.

Es gibt aber gerade für Paare auch einige Vorteile: Zum Beispiel kann einer den anderen anstellen und spart dabei eine Menge Geld, die sonst in die private Krankenversicherung fließen würde.

Und jetzt aber zurück zum Schönen: was ist das tollste daran, sein eigener Chef zu sein?
Neben der Freiheit sein Leben nach eigenen Maßstäben zu führen, gibt es noch ganz viele weitere Vorteile:
1. Meine Gesundheit hat sich massiv verbessert.
2. Ich bin morgens nach dem Aufstehen erholt und nicht mehr vom Vortag erschlagen.
3. Ich koche inzwischen fast jeden Tag mit frischen Zutaten und esse keinen Mist mehr in den Pausen.
4. Ich lebe nicht für den nächsten Urlaub, sondern nehme mir ganz bewusste Auszeiten.
5. Ich habe viele neue Menschen kennengelernt und so viel von ihnen lernen können!

#Jobliebelei mit Melina von Vanilla Mind

Hand auf´s Herz: sich selbst zu motivieren, kann einem schon mal schwer fallen. Wie organisierst du deinen Tagesablauf?
Eine gute Routine stellt sich natürlich nicht über Nacht ein und ist das Ergebnis von jahrelangem “Trial and Error”. Und na klar habe ich manchmal Tage, an denen gar nichts geht und ich kaum zu mehr fähig bin als Katzenvideos anzusehen. Und das ist okay so. Manchmal ist es unvernünftig sich zur Leistung zu pushen, wenn ein Tag Pause schon genügen würde, um das Energielevel wieder ins Lot zu bringen. Kein Mensch kann 24/7 produktiv sein.

Unser Tagesablauf ist so eingerichtet, dass wir vormittags keine Termine haben und uns genau den Schlaf nehmen können, den wir brauchen. Ich mache meist nach dem Aufstehen eine Runde Sport, um Energie für den Tag zu sammeln. Und wenn ich nur 10 Minuten auf meiner Matte trainiere – das motiviert mich für den ganzen Tag.

Ich habe zudem festgestellt: Wer nicht in sich und seine Gesundheit investiert, kann auch keine gute Arbeit machen. Das gilt für mich ganz besonders, weil ich ohnehin nicht sehr belastbar bin und oft unter Rückenschmerzen und Kopfweh leide. Ich kann wirklich nur empfehlen, auszuprobieren, was einem guttut und funktioniert. Erst wenn die eigenen Grundbedürfnisse sichergestellt sind, kann man hochwertige Arbeit abliefern.

Wenn wir zu meiner To-Do-Liste kommen, wird es etwas technischer. Wir haben ein Tool, das sich “Todoist” nennt. Dort können mein Mann und ich beide unsere Aufgaben erfassen, sortieren, priorisieren, Termine planen und gegenseitig Tasks zuweisen. Diese Basis-Struktur sorgt auf jeden Fall dafür, dass nichts verloren geht und beide Up-to-Date sind. Für Kundenprojekte kommen dann noch weitere Tools für Projektmanagement hinzu.

Ungeplante Dinge wie E-Mails werden bei uns in der Regel nur zweimal am Tag abgerufen und bearbeitet. Das sorgt dafür, dass wir längere Arbeitsphasen haben können und einen Flow finden, ohne uns ständig unterbrechen zu lassen. Das gilt auch für Anrufe. Wer etwas Dringendes möchte, nutzt den Anrufbeantworter.

#Jobliebelei mit Melina von Vanilla Mind

Welche Frage hättest du gerne gestellt, bevor du den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hast? Und wie lautet deine Antwort darauf?
Brennende Fragen eigentlich keine, bei mir stand eher das Angst-Problem im Vordergrund. Mir fehlte der Mut und die Vorbilder (besonders Frauen!) im eigenen Umfeld. Ich konnte zwar mit meinem Mann über alles reden und das ist schon mehr als manch anderer hat. Aber ich hätte mich über mehr Erfahrungsberichte gefreut, die einem zeigen, dass die eigene Idee funktionieren kann. Mittlerweile gibt es viele tolle Blogs und Bücher, in denen Frauen von ihrer Selbstständigkeit erzählen.

Und zuguterletzt: welchen Rat hättest du (oder hast du) gerne bekommen, bevor du dein Glück selbst in die Hand genommen hast? 
Du brauchst einen laaaaaaaaangen Atem für alles, was du anpackst. Und dieser lange Weg kann auch richtig viel Spaß machen. Aber ich bin nicht gerade berühmt für meine Geduld. Da hätte man mich ja wirklich mal vorwarnen können! 😉


Liebe Melina, vielen Dank für dieses wirklich schöne Interview und vor allem auch dafür, dass du dir die Zeit dafür genommen hast! Ich wünsche dir weiterhin immer volle Auftragsbücher, keine Anrufe vor 12 Uhr und immer sehr viel Freude, an dem, was du machst!

Nun noch ein paar abschließende Worte zur Serie. Vielleicht fragt ihr euch, warum hier nur Frauen zu Wort kommen werden? Weil Frauen eher mit Selbstzweifeln, Ängsten und vor allem sehr vielen Vorurteilen zu kämpfen haben. Und weil Männer beruflich sowieso eher ernst genommen werden. Ich bin absolut für Gleichberechtigung – ich freue mich auch über jeden Mann, der beruflich das macht, was er liebt. Aber bis zur Gleichberechtigung haben wir Frauen noch einen weiten Weg vor uns. Fangen wir an, Vorurteile abzubauen und mehr Vorbilder für die nächsten weiblichen Generationen zu schaffen. Wenn sich ein Mann von meinen Geschichten inspirieren lassen möchte, ist er aber selbstverständlich herzlich dazu eingeladen, mitzulesen. Auf in eine gleichberechtigte Zukunft!

Habt es schön,
Nadine

P.S.: Falls du denkst, dass deine Geschichte zu einem Job, den du liebst, auch Mut machen könnte, meld dich bei mir! Ich freu mich auf eine kurze Mail mit dem Betreff Jobliebelei an nadine@dreierlei-liebelei.de mit einer Beschreibung, was du genau machst.

Die mit Partnerlink gekennzeichneten Links sind Amazon-Partnerlinks. Wenn ihr darüber einkauft, zahlt Amazon mir eine kleine Provision. Ihr bezahlt in diesem Fall aber selbstverständlich nicht mehr – ihr unterstützt mich allerdings dadurch bei meiner Arbeit an diesem Blog. Lieben Dank für eure Wertschätzung!

Fotos: Melina Royer

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19 Kommentare

  • antworten Monika Thiede 2. Februar 2018 at 13:41

    Wow, was für eine tolle Idee! Ich bin sicher, ich bin nicht die einzige, die zur Zeit, oder Grundsätzlich, mehr Motivation braucht. Solche Artikel sind Gold wert und ich hoffe, es werden noch viele folgen.
    Außerdem freue ich mich darauf, noch mehr neue wunderbare Blogs kennnen zu lernen.
    Danke schön und ganz liebe Grüße
    Monika

    • antworten Dreierlei Liebelei 2. Februar 2018 at 13:50

      Lieben Dank für dein Feedback! Ich freu mich sehr, wenn die Serie inspiriert ❤️ Es werden auch noch ganz tolle Interviews folgen – ich hab schon viele Zusagen von sehr interessanten Frauen!

  • antworten Jessica 2. Februar 2018 at 14:27

    Nadine, das ist eine ganz wunderbare Geschichte mit der Jobliebelei!!
    Ich finde es besonders toll, dass sowohl heikle wie auch positive Aspekte an der Selbstständigkeit aufgezeigt werden. Damit übernehmt ihr eine ganz neue Art von Vorbildfunktion, die ehrlich ist. Fernab von den Starbucks Cups, die hübsch neben dem Macbook drapiert werden, während dem eine selbstständige Frau in Wollkniestrümpfen und Kuschelpulli davorsitzt und in sich hineinlacht. Klar, für manche ist das vielleicht der Alltag, aber ich finde es so viel schöner, wenn auch etwas Authentizität mit reinspielt. <3
    Bin schon sehr gespannt auf die kommenden #Jobliebeleien, den Anfang finde ich schon mal gelungen. 🙂
    Liebste Grüsse
    Jess

    • antworten Dreierlei Liebelei 2. Februar 2018 at 14:36

      Vielen Dank für deine Worte! Genau das wollte ich aufzeigen. Ich persönlich saß in den fast neun Jahren, die ich jetzt selbstständig bin, noch nie adrett nur in Wollsocken gekleidet vor dem MacBook und habe vor mich hin gegrinst. Und ich persönlich hatte auch schon genug Zweifel und Ängste – und genau das möchte ich weitergeben. Einen ehrlichen Einblick. Und es wird auch verschiedene Varianten geben, nicht nur die komplette Selbstständigkeit. Ich freu mich auf jeden Fall sehr, dass genau das rüberkommt, was ich vermitteln wollte! ❤️

  • antworten Maggie 2. Februar 2018 at 15:00

    Hallo Nadine,
    deine neue Serie klingt sehr vielversprechend und ist bestimmt eine tolle Inspiration für alle, die nach weiblichen Rollenvorbildern suchen (so wie ich ;))
    Melina ist wirklich ein tolles Beispiel, weil sie tatsächlich nicht die typischen Klischees eines Selbstständigen erfüllt: lange Nächte, prekäres finanzielle Lage. Nein sie ist achtsam mit sich und führt ein schönes, kreatives und scheinbar entspanntes Leben – also Danke für die Einblicke!

    Liebe Grüße!
    Maggie von stahlpink

    • antworten Dreierlei Liebelei 3. Februar 2018 at 8:12

      Vielen Dank für dein Feedback! ❤️

    • antworten Melina | vanilla-mind.de 5. Februar 2018 at 14:07

      Hihi, dankeschön! Ganz so entspannt aufgrund meiner familiären Situation leider auch nicht. 😉 Aber du hast auf alle Fälle Recht: Ich tue alles, um meine Gesundheit zu erhalten und unnötigen Stress zu vermeiden. Das hat große Auswirkungen auf mein Leben und meine Arbeit. Wenn man unter großem Druck steht, wirft man alles über Bord, was geht, um über Wasser zu bleiben.
      Liebe Grüße! 🙂

  • antworten Eclectic Hamilton 2. Februar 2018 at 20:52

    Danke für diese tolle neue Reihe! Sehr inspirierend. Ich freue mich schon auf die kommenden Beiträge.
    Liebste Grüße von Ines

  • antworten Doro 2. Februar 2018 at 23:16

    Hallo Nadine,
    ich finde die Idee spitze, dass Frauen von ihrer Selbstständigkeit erzählen. Mich würde vor allem interessieren was genau die Frau macht und wie sich die Tätigkeit entwickelt und verändert hat. Wieviel verdient sie? Das ist ja so ein Tabu Thema in Deutschland. Das man über das Gehalt nicht redet führt dazu, dass man weniger für die Arbeit bekommt, als der selbstbewußte Kollege. Deswegen würde ich diesen Punkt klar ansprechen.
    Ich selbst bin seit über 10 Jahren selbstständig. Als Messemonteurin (ja genau, ich baue Stände auf der Messe auf- und ab, Tagespauschale ca 250€ ) und war einige Zeit selbstständig als Web-Entwicklerin (ca. 40 € / Std) tätig. Jetzt starte ich gerade nebenher mit einer Blogidee. Ich bin gespannt was draus wird. Ich werde in diesem Blog davon erzählen, wie man mehr Freiheit gewinnen kann und weniger arbeitet.

    • antworten Dreierlei Liebelei 3. Februar 2018 at 8:27

      Liebe Doro, ich freu mich sehr darüber, dass dir die Idee gefällt. Allerdings sehe ich die Sache mit dem Gehalt etwas anders als du. Ich finde, dass es unbedingt zur Selbstständigkeit gehört, selbst seinen Bedarf an Geld zu kalkulieren und einzuschätzen, wie hoch der Marktwert ist. Auf Dauer kann man am Markt nur überleben, wenn man das kann und nicht einfach das übernimmt, was andere als Maßstab ansetzen.

      Ich habe einige Freundinnen, mit denen ich seit Jahren immer sehr offen über Geld spreche und Erfahrungen austausche – das hat uns allen dabei geholfen, unseren Marktwert und vor allem auch Bedarf besser einschätzen zu können. Das finde ich persönlich die bessere Lösung. Gerade Nicht-Selbstständige haben oft kein Verständnis dafür, wie sich so ein Honorar zusammensetzt und welche Kosten und Risiken ein Selbstständiger trägt. Da klingt das Gehalt eines Selbstständigen im ersten Moment und direkt mit einem Angestellten-Gehalt verglichen, wahrscheinlich schwindelerregend hoch. Aber die Ausgaben sind halt auch nicht mit denen eines Angestellten zu vergleichen.

      Wenn ich zum Beispiel meine Einnahmen veröffentlichen würde, müsste ich auch meine Ausgaben daneben stellen, um ein realistisches Bild zu vermitteln. Da das aber doch sehr privat ist, werde ich das nicht tun und ermutige stattdessen wie oben geschrieben jeden, sich sein eigenes Bild über seine Arbeit zu machen. Und was ich selbst nicht möchte, verlange ich auch von keinem anderen. Deshalb wird es nicht um Zahlen gehen in der Interview Reihe. Ich hoffe und denke, dass aber sicher trotzdem jede Menge wertvolle Erfarungen und Erkenntnisse dabei sein werden.

      Liebe Grüße, Nadine

  • antworten Fashionqueens Diary 3. Februar 2018 at 10:12

    Ein toller Beitrag und ein schönes Interview. Ich lese Melinas Blog auch schon länger, bin selbst Freiberuflerin und immer die mit dem „was denken die anderen über mich“ Gedanken im Kopf. Der Mut, sich vor die anderen zu stellen und zu sagen, dass ich meinen Job liebe und sehr wohl davon leben kann, ist tatsächlich oft schwer. Im Internet bin ich da freier, es ist anonymer und irgendwie fühle ich mich da tatsächlich wohler. Als Freiberuflerin hat man es oft nicht leicht, aber wie auch Melina nehme ich mir die Freiheit, am Morgen auszuschlafen, wenn ich es will – und das ist doch einer der schönsten Punkte an der Selbstständigkeit: Man ist sein eigener Boss und kann selbst bestimmen – auch wenn es manchmal schwer ist und man sich selbst auf die Schulter klopfen muss…

  • antworten Annina 5. Februar 2018 at 11:34

    Super Idee und ein gelungener Auftakt zu einer interessanten Serie!! Freue mich schon sehr auf die nächsten Beiträge! Liebe Grüsse, Annina

  • antworten Kirsten Weyl 5. Februar 2018 at 15:33

    liebe nadine, liebe melina,
    gutes interview und super idee, die luecke mangels vorbilder fuer fraue n ein stueck zu schliessen. ich haette gern noch ein wenig von dem „langen weg“ gelesen. meiner erfahrung nach wird der von frauen am meisten vernachlaessigt und geradezu verdraengt. einige beitraege vorher wurde ja von den wollsocken am mac geschrieben….ich bin als aerztin und psychotherapeutin raus aus der klinik, weil auch ich das problem habe, nicht so „normal“ belastbar zu sein., 60- stunden wochen mit mit 12 -stundendiensten zu wuppen und noch extra gutachtenarbeit zu leisten.meinem tempo und meiner organisation funktioniert es aber ganz gut und ich kann auch besser auf veraenderungen in meinem leben reagieren….es ist anstrengend und entsprechend sich von den allgemein akzeptierten masstaeben zu loesen , aber ich kann bestaetigen, dass man auf der gewinnerseite stehen wird. liebe gruesse kiki

    • antworten Dreierlei Liebelei 6. Februar 2018 at 9:51

      Liebe Kirsten, danke für deinen Kommentar! Ich kann sehr gut verstehen, dass du gerne mehr vom langen Weg lesen würdest. Aber ich kann auch sehr gut verstehen, dass das eben ein sehr persönlicher Punkt ist. Ich lasse auch öfter einblicken, dass hier nicht alles Gold ist, was glänzt, aber wirklich davon zu erzählen, mit welchen Umständen man teilweise zu kämpfen hat, was schief läuft und was einem persönlich große Angst macht, ist einfach auch sehr privat. Ich finde, man muss da auch gut auf sich acht geben und genau auswählen, was man preisgibt – schließlich kann hier jeder mitlesen. Deshalb finde ich es sehr legitim, einfach nur anzudeuten, dass der Weg für jeden lang und steinig ist und dass es sich trotzdem lohnt, ihn zu nehmen 🙂

      • antworten kirsten 6. Februar 2018 at 12:34

        liebe nadine, ich kann deinen standpunkt gut nach vollziehen, habe auch meine Grenzlinien. . war mich nicht bewusst, dass man das auch so empfinden kann. liebe grüße kiki

  • antworten Theresa 5. Februar 2018 at 21:20

    Liebe Nadine,
    ich danke dir von Herzen für diese schöne neue Reihe und für das bestärkende Interview mit Melina!
    Den berühmten Sprung ins kalte Wasser der Selbstständigkeit habe ich auch gerade gewagt und
    freue mich deshalb umso mehr über Inspiration und Austausch zu dem Thema!
    Alles Liebe dir und viele Grüße aus Berlin!
    Theresa

  • antworten Sonja 5. Februar 2018 at 22:09

    Ein tolles Interview und ein vielversprechender Auftakt dieser neuen Reihe. Lieben Dank dafür!

  • antworten Jenni 6. Februar 2018 at 10:05

    Liebe Nadine,

    das ist ein ganz wunderbaes Konzept!
    Ich freue mich sehr, dass du diese Reihe ins Leben gerufen hast – sie ist eine, von der ich bestimmt eine Menge lernen kann.
    Melina ist eine tolle Frau und für mich war bereits dieses erste Interview wahnsinnig inspirierend.

    Danke dir – ich bin gespannt auf die weiteren Teile!

    Liebe Grüße
    Jenni

  • antworten Anne 27. März 2018 at 9:06

    Danke für diese Reihe und für mich sehr inspirierend und ermutigend. Danke!

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