Kolumne

Kettenreaktion {#Gedankenliebelei}

18. August 2017

Byron Bay

Ein bisschen was über acht Jahre bin ich nun meine eigene Chefin. Und ich erinnere mich so gut an den Abend, als ich im Scherz zu meiner Freundin Sandra sagte „Du willst nach Australien? Geil. Ich komm mit.“ Und fünf Sekunden später gab es diesen Plan in meinem Kopf. Ich mach das wirklich. Nadine, du schmeißt deinen kack Job, fliegst auch nach Australien und machst dich danach selbstständig. Und ja, heute weiß ich jetzt auch nicht mehr so genau, woher ich die Courage nahm, das durchzuziehen, aber hallelujah, wahrscheinlich ist das eine der besten Entscheidungen gewesen, die ich in meinem Leben getroffen habe. Ohne diesen Abend gäb es vielleicht weder Dreierlei Liebelei, noch chocolate valley, unsere beiden Babies, die zu so viel mehr geworden sind, als wir uns anfangs auch nur ansatzweise hätten denken konnten.

Von alleine wäre ich nie nie niemals auf die Idee gekommen, so etwas zu tun. Sandras Idee, nach Australien zu gehen, hat mein Leben völlig auf den Kopf gestellt. Ihr wisst nie, was ihr mit anderen macht, wenn ihr von euren Plänen erzählt. Ob ihr sie inspiriert, ihr Leben umzuschmeißen. Glücklicher zu werden. Das ganze Leben ist eine Kettenreaktion und vielleicht seid ihr der Auslöser für etwas Gutes! So wie der Zeitpunkt, in dem Sandra mir von ihren Australien-Plänen erzählte, der Startschuss für mein neues Leben war, ohne dass sie es hätte ahnen können oder es ihr Plan gewesen wäre, mich von ihrer Idee zu überzeugen. Sie hat es einfach nur erzählt.

Wir alle sollten uns viel mehr darüber im Klaren sein, dass wir Teil eines großen Ganzen sind. Dass jeder von uns eine Rolle im Leben von anderen spielt.

 

Jeder hat Einfluss auf die Anderen

Genau so ist das mit diesem Blog hier. Ich zeige euch ein Rezept, vielleicht eins für einen Kuchen. Diesen Kuchen bringt einer von euch mit auf eine Party. Der Kuchen schmeckt jemandem, der frägt, wer diesen Kuchen mitgebracht hat. Blicke treffen sich und drei Jahre später klingeln die Hochzeitsglocken. Oder so. Ihr versteht jedenfalls, was ich meine. Ach, vielleicht mach ich auf dieser Hochzeit dann die Fotos, so würde sich der Kreis schließen. Aber ich schweife ab. Was ich eigentlich sagen möchte: wir alle sollten uns viel mehr darüber im Klaren sein, dass wir Teil eines großen Ganzen sind. Dass jeder von uns eine Rolle im Leben von anderen spielt. Dass, was wir sagen und machen, einen riesigen Einfluss auf die Leute um uns herum haben kann. Sowohl, im positiven als auch im negativen Sinne.

Eine Theorie besagt, dass wir alle die Summe der fünf Menschen sind, mit denen wir uns hauptsächlich umgeben. Sind diese fünf Menschen positiv eingestellt, sind wir selbst auch eher positiv eingestellt. Im Umkehrschluss gilt das selbe Prinzip, wenn wir von negativen Menschen umgeben sind. Nun sind wir alle für den einen oder anderen Menschen einer dieser fünf Menschen. Und wäre es nicht schön, in dieser Rolle einen positiven, ermutigenden und inspirierenden Einfluss auf unsere Mitmenschen zu haben?

Wir alle sind die Summe der fünf Menschen, mit denen wir uns hauptsächlich umgeben.

 

Die Sache mit den Ängsten

Ich bin beim besten Willen kein von Natur aus super positiv eingestellter Mensch – im Gegenteil, ich mache mir viel zu viele Sorgen und bin Realistin mit Hang zum Pessimismus. Nur, weil wir Ängste haben, heißt das nicht, dass wir uns diesen nicht stellen können. Dass wir nicht trotzdem viel erreichen können und unsere Mitmenschen dann mit unserem Tun inspirieren können. Wir können sie ermutigen, statt alles schlecht zu reden. Davon mal abgesehen, was wir damit bei anderen auslösen, tut es auch uns selbst gut, mutig zu sein, seine Ideen umzusetzen und positiv in die Welt zu schauen.

Wie heißt es so schön? Wir können die Veränderung sein, die wir uns für unsere Umwelt wünschen. In dem Moment, in dem ich anfange, meine Mitmenschen anzulächeln, lächeln sie auch zurück. Natürlich wird es immer jemanden geben, der einen dann trotzdem blöd anguckt, aber ich bin lieber die, die lächelt, als die, die nicht zurücklächelt. Und ich bin vor allem lieber die, die anfängt, als zu erwarten, dass ein anderer es macht.
 

Die Rolle der Gesellschaft

Wir alle beschweren uns mal mehr, mal weniger über „die Gesellschaft“. Aber wer bildet denn die Gesellschaft? Jeder einzelne von uns. Also kann jeder einzelne auch etwas ändern. Wenn wir Gutes tun und darüber sprechen, lösen wir in unserem Gegenüber etwas aus, inspirieren vielleicht. Und unser Gegenüber wiederum wird dann evtl. ebenfalls eine Inspiration für jemanden. Nach und nach verändert diese Kettenreaktion eine Gesellschaft.

Wenn wir uns einfach nur beschweren, bleibt alles, wie es ist und jeder ist genauso frustriert wie vorher. Das heißt natürlich nicht, dass man sich nicht mehr beschweren darf, aber die Frage ist, wofür man mehr Energie aufwenden möchte. Möchte man in den Köpfen seiner Mitmenschen abgespeichert sein, als jemand der nur jammert und frustriert ist oder möchte man als jemand gesehen werden, der die Dinge anpackt, der ermutigt und inspiriert? Man ist eben nicht das, was man gerne wäre, sondern das, was man tatsächlich ist. Und wer man ist, definiert sich über das, was man denkt, macht und sagt.

Nur, weil wir Ängste haben, heißt das nicht, dass wir uns diesen nicht stellen können.

 

Negatives in Positives umwandeln

Wahrscheinlich hat jeder Phasen im Leben, in denen alles schief läuft, man das Gefühl hat, man würde nie wieder glücklich werden und das Schicksal hat es mit einem selbst besonders böse gemeint. Ja, ich habe solche Zeiten auch schon hinter mir. Und ich persönlich denke, es ist auch wichtig, solche Phasen nicht zu verdrängen. Es ist völlig in Ordnung, unglücklich zu sein, wenn gefühlt die Welt zusammenbricht. Es ist nur menschlich, Schwächen zu fühlen und zuzulassen. Alles andere ist Schauspielerei sich selbst und anderen gegenüber.

Aber es müssen eben Phasen bleiben. Das kann nicht das ganze Leben ausmachen. Aus genau diesen Phasen kann man gestärkt rauskommen. Man kann aus ihnen lernen, die Persönlichkeit daran wachsen lassen und vor allem danach das Gute noch mehr schätzen. Man kann lernen, die schlechten Zeiten wertzuschätzen und sich darüber im Klaren sein, dass es diese Zeiten sind, die uns zu dem formen, was wir sind. Und wenn wir das tun und mit unseren Lieben darüber sprechen, sind wir wieder eine Inspiration und Hilfe für alle, die gerade durch schwere Zeiten gehen. Denkt mal drüber nach! Eigentlich ist es sehr einfach für jeden von uns, eine Bereicherung für seine Mitmenschen zu sein.

Habt es schön!
Nadine
 

Ich habe übrigens auch mal eine Kolumne darüber geschrieben, wie man mutiger wird und sich selbst mehr zutraut und wer mehr über meine Entscheidung für mein Australien-Abenteuer lesen möchte, findet hier einen Artikel darüber.

P.S.: Ich habe vor zwei Tagen auf Instagram eine Frage gestellt. Eigentlich hatte ich ganz simple Antworten erwartet und bekommen habe ich ein Feuerwerk an wunderbaren Antworten, die mich wahnsinnig motiviert haben. Diese heutige Kolumne ist einzig und alleine eine Reaktion auf diese Antworten, mit denen ihr mich wirklich glücklich gemacht und inspiriert habt. Danke dafür!

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21 Kommentare

  • antworten Claudia 18. August 2017 at 9:50

    unglaublich was so eine einzige entscheidung mit deinem leben angestellt hat! in dem moment kam es einem vielleicht beängstigend und groß vor, aber vom heutigen standpunkt war es ja quasi lebensverändernd 🙂
    Claudia

  • antworten Julia | themagnoliablossom 18. August 2017 at 11:29

    Liebe Nadine,

    ein toller Text, der wieder einmal mehr Mut macht <3

    Liebste Grüße
    Julia

  • antworten *thea 18. August 2017 at 12:09

    Liebe Nadine, ich mag deinen Text sehr und die Gedanken dahinter habe ich für mich zwar noch nicht ausformuliert – das hast du super gemact aber ich bin ganz deiner Meinung. Wir sollten versuchen, uns Gegenseitig beeinflussen, unterstützen neues zu denken, auch mal überlegen was anders zu machen. „Die Gesellschaft“ und „Normal“ gibt es nicht, auch wenn man es mit zunehmendem Alter vielleicht etwas schwerer hat, dies zu erkennen. Jeder ist anders und das Bewusstsein zu haben, dass man die Macht hat, verändernde Kettenreaktionen auszulösen ist wirklich viel wert.

    • antworten Dreierlei Liebelei 18. August 2017 at 12:35

      Liebe Thea, eigentlich fällt es mir mit zunehmendem Alter immer leicher, zu erkennen, dass alles, was mir von anderen an negativem eingetrichtert wurde, schlichtweg nicht wahr sein muss. Wenn ich selbst daran glaube, etwas verändern zu können, dann kann ich es auch. Wenn ich selbst glaube, das die Gesellschaft böse ist, dann ist sie es auch. Meine Mama zitiert gerne das hier: Achte auf deine Gedanken! Sie sind der Anfang deiner Taten. Und ich ergänze das jetzt sehr gerne um „und deine Taten können lebensverändernd sein“.

  • antworten Jana 18. August 2017 at 13:52

    Deine Kolumne ist so inspirierend! Ich finde es immer wieder so so so so toll zu sehen, wie viel Kraft Wörter eigentlich haben! Wie sehr die eigenen Gedanken Anderen helfen und sie beflügeln können. Es ist so wichtig sich nicht zu verschließen, sondern miteinander zu teilen. Positives wie Negatives. Trauer und Freude. Ideen aber auch Fragen! Danke <3

  • antworten Jana 18. August 2017 at 13:54

    Off Topic: Irgendwie ist hier ein Bug drin. Als ich vorhin meine Website im dafür vorgesehenen Feld angegeben habe und den/das (geht Beides oder= Kommentar abschicken wollte, wurde nur ein Download der Datei wp-comments-post.php gestartet. Vll hab das Problem aber nur ich gehabt? Ohne Website klappts jedenfalls 🙂

    • antworten Dreierlei Liebelei 19. August 2017 at 8:31

      Liebe Jana, ich glaube, das passiert immer, wenn der Server gerade überlastet ist… hab das schon mal an meinen Programmierer weitergegeben – trotzdem danke für´s Bescheid geben!

  • antworten Anna 18. August 2017 at 15:15

    Liebe Nadine, dein Text ist so wundervoll. Und dazu passend ob du es glaubst oder nicht:
    Ich habe einen deiner Kuchen gebacken…am 23.07.17, weil ich wusste er würde dem Geburtstagskind gefallen. Leider bin ich auf dem Weg zum Geburtstagskind gestolpert und mit „deinem“ Kuchen hingefallen und hab ihn zerstört. Lange Rede kurzer Sinn: Der furchtbare Kuchen, das aufgeschrammte Knie und der Geburtstag mit „Wurfkuchen“ waren der Anfang einer wunderbaren Kettenreaktion….Ich sag dann Bescheid, wamnn du unsere Hochzeit fotografieren darfst 😉

    (Und nein…das ist echt kein Scherz, ich musste grade sehr lachen beim Lesen)

    Der Kuchen übrigend war der da: http://dreierlei-liebelei.de/vanillepudding-schnecken-kuchen-mit-streuseln/ Ein Foto von meiner Wurfvariante nach Bodenkontakt am Bahnhof Friedrichstrasse erspare ich uns allen.

    • antworten Dreierlei Liebelei 19. August 2017 at 8:32

      Ich hatte richtig Herzklopfen, als ich deinen Kommentar gelesen habe ♥️ Danke für´s Teilen!

  • antworten Maxi 18. August 2017 at 23:10

    Wunderschöner Text – mir wird ganz warm ums Herz. Ich finde mich in deiner „Alles hinschmeissen“ Situation gerade so wieder und … ja … danke einfach für dieses simple Augen öffnen und deine tollen Worte!
    Für mich eine unheimliche Inspiration ♥️

  • antworten Kathia 19. August 2017 at 9:42

    Ich möchte gar nicht viel schreiben, außer dass du ein unglaublich toller Mensch bist, der jedes Leben bereichert. Du hast mich schon mehr als einmal inspiriert und motiviert und dafür möchte ich dir danken und hoffe, dass wir bald mal wieder ein Bierchen zusammen trinken 😊

  • antworten Irina 19. August 2017 at 10:26

    Guten Morgen! 🙂 Verrückt, dass ich vorhin ganz zufällig über Deinen Artikel hier gestolpert bin, denn ich bin heute mitten in der Nacht mit genau demselben Kerngedanken Deiner Kettenreaktion-Kolumne aufgewacht und konnte stundenlang danach nicht mehr einschlafen, weil mich das Thema einfach nicht loslassen wollte. In dem Zusammenhang habe ich mich auch an ein Zitat erinnert, das ich unheimlich treffend und schön finde:

    „There is no such thing as a ’self-made‘ man. We are made up of thousands of others. Everyone who has ever done a kind deed for us, or spoken one word of encouragement to us, has entered into the make-up of our character and of our thoughts, as well as our success.“ – George Burton Adams

    Einen schönen Text hast Du da gezaubert, mit einer noch viel schöneren Absicht dahinter! Ich hoffe sehr (für Dich & uns alle), dass Du damit viele positive Kettenreaktionen lostreten kannst, wünschenswert wäre es jedenfalls! 🙂

    Ganz liebe Grüße aus dem Norden,
    Irina

    P.S.: Ich hatte übrigens denselben Kommentareingabe-Fehler wie Jana von meinem iPhone aus, einmal mit dem Built-in-Browser von der Insta-App (dort mit der Fehlermeldung 200, meine ich) und dann noch einmal via Safari, dort das Spiel mit dem Download der wp-comments-Datei. Ich hatte versucht den Kommentar erstmals um etwa 6 Uhr morgens abzuschicken. Sicher, dass das mit Serverüberlastung zu tun hat? Würde mich eher wundern um die Uhrzeit (es sei denn auf dem Server liegen noch andere sehr trafficintensive Seiten). Ich hatte meinen Kommentar dank des Hinweises von Jana sicherheitshalber vorm Absenden noch schnell kopiert, aber wer das nicht gemacht hat, für den war es sicherlich sehr ärgerlich, wenn der eigene Kommentar dann einfach so im Nirvana verschwunden ist. Wer weiß wie viele lieb gemeinte Kommentare zu Deiner tollen Kolumne Dir auf diese Weise so schon entgangen sind? :-/

    • antworten Dreierlei Liebelei 20. August 2017 at 7:57

      Das Zitat ist großartig, das mag ich, daran werde ich in Zukunft mit Sicherheit oft denken! Und du hast natürlich völlig Recht, morgens um 6 Uhr ist eine Serverüberlastung tatsächlich wohl unwahrscheinlich – ich frag noch mal meinen Experten! Dank dir!

  • antworten Melanie 19. August 2017 at 22:24

    Liebe Nadine,

    danke für deinen wunderbaren Text. Ein Text der Mut macht neue Dinge zu machen und Träume zu verwirklichen.
    Lieb Grüße
    Melanie

  • antworten Andrea 20. August 2017 at 13:36

    Liebe Nadine,

    mit Begeisterung habe ich deinen newsletter angeschaut. Herzlichen DANK für so viel Inspiration❗️
    Liebe Grüße Andrea

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