Inspiration Kolumne Meine Selbstständigkeit

Echte Entschleunigung

2. Dezember 2016

Kolumne über Entschleunigung

Eines vorweg: ich tauge eigentlich nicht allzu gut als Vorbild in Sachen Entschleunigung. Ich hab schon als Kind gelernt, mich zusammenzureißen. Die Zähne zusammenzubeißen. Das hat mich einerseits aus eigener Kraft weit gebracht und mit Sicherheit auch dafür gesorgt, dass ich mittlerweile sehr gut davon leben kann, mein eigener Chef zu sein. Andererseits sorgt dieser Umstand aber auch immer wieder dafür, dass ich nicht weiß, wo meine Grenzen sind. Ich laufe munter darüber hinaus und gefühlt noch Kilometer weiter. Ich reiße mich zusammen. Wenn es weh tut, fühle ich mich herausgefordert und gehe noch ein Stück weiter. Jammern hat schließlich noch keinen weitergebracht. Ich komme immer zurecht und versuche, mein Lächeln zu behalten. Das System Mund abputzen, weitermachen habe ich für mich perfektioniert und mittlerweile muss ich über diese Abläufe nicht mehr viel nachdenken, es passiert automatisch. Ich halte es für normal.

Aber seit einer ganzen Weile zeigt mir mein Körper einfach seine Grenzen auf. Ich möchte da gar nicht zu sehr ins Detail gehen, aber mir wurde im vergangenen Jahr bewusst, dass ich etwas ändern muss. Ich bin nach sieben Jahren Selbstständigkeit und viel, viel Arbeit genau da angelangt, wo ich sein wollte. Ich liebe meinen Job. Sehr sogar! Die Fotografie gibt mir unheimlich viel und ich genieße es sehr, mittlerweile vom Bloggen leben zu können. Ich mag den Austausch mit euch und das Gefühl, jemandem weitergeholfen oder ihn inspiriert zu haben. Umso schwerer ist es für mich, etwas zu ändern. Wo setzt man da an, wenn man schon hart dafür gearbeitet hat, dass alle Umstände theoretisch perfekt sind? Ich kann die Veränderung nicht außerhalb suchen – ich muss in mir, in meiner Denkweise etwas ändern.
 
 

Der permanente Druck in meinem Kopf

Ich kann nur für mich sprechen, aber neben meiner Liebe zu meinem Job stehe ich als Bloggerin, die damit ihren Lebensunterhalt verdient auch permanent unter Druck. Merken meine Leser, wie viel Liebe und Herzblut ich in meine Posts stecke? Oder ärgern sie sich darüber, dass nahezu jeder zweite Beitrag in Kooperation entstanden ist? Ist es zu viel Werbung? Wenn ich weniger machen würde, würde mein Geld zum Leben reichen? Ich brauche ständig neue Ideen, muss mich immer über Rechtliches und verschiedene Richtlinien informieren. Ich trage selbst und alleine die Verantwortung und würde selbst den Kopf hinhalten müssen, wenn ich einen Fehler mache.

Neben meiner Liebe zu meinem Job stehe ich als Bloggerin, die damit ihren Lebensunterhalt verdient auch permanent unter Druck.

 

Welche Produkte kann ich guten Gewissens empfehlen? Ist es ok, mein Geld mit Werbung zu verdienen? Es ist hart, immer man selbst zu bleiben, wenn permanent überall Verlockungen rufen. Ich muss ständig mein Rückgrat aufrichten, und Kooperationen, die nicht zu mir passen, aber viel Geld bringen würden, absagen. Meine Glaubwürdigkeit ist mein höchstes Gut und die muss ich schützen. Wie bekommt man das mit der Work-Life-Balance hin? Was macht man gegen Selbstzweifel? Wie geht man mit anderen Bloggern um, die sich gegenseitig das Leben schwer machen? Das ist nur ein Auszug der Gedanken, die mich ständig beschäftigen und mir auch im Feierabend oder Urlaub keine Ruhe lassen.
 
 

Warum wollte ich mein eigener Chef sein?

Ich bin ein sehr selbstkritischer, reflektierter Mensch. Mich beschäftigt vieles davon bis in den Schlaf und eigentlich müsste es das nicht. Ich mache, was ich möchte, setze es sorgfältig und gewissenhaft um und kann dahinter stehen – ich wollte selbstständig sein, um frei und unabhängig zu sein. Nicht, um ein Sklave meiner Gedanken und Aufträge zu sein. Ich will meine Arbeit wieder genießen können, will nicht von Job zu Job hetzen.

Jemand, der selbstständig ist, MUSS immer schwer beschäftigt sein und seufzend „Jaja, selbst und ständig“ von sich geben. Die Gesellschaft will es so. Aber warum kümmert es uns überhaupt was die Gesellschaft will?

 

Letztlich bekommen wir immer und immer wieder suggeriert, dass wir nur etwas wert sind, wenn wir uns hetzen. Jemand, der selbstständig ist, MUSS immer schwer beschäftigt sein und seufzend „Jaja, selbst und ständig“ von sich geben. Die Gesellschaft will es so. Aber warum kümmert es uns überhaupt was die Gesellschaft will? Ich nutze nun heute hier meine Stimme, um zu sagen, dass es auch anders gehen muss. Ich habe es vor kurzem schon auf Instagram gepostet: Ich hab mir bis auf klitzekleine Ausnahmen den Dezember über freigenommen. Der Monat, der mein lukrativster hätte werden können, wird mein ruhigster. Das fühlt sich eigenartig an. Sehr sogar! Aber irgendwie auch gut.

Es ist für mich eine kleine Notbremse und eine Erinnerung an das, was ich wollte, als ich mich selbstständig gemacht habe. Auf keinen Fall wollte ich mich selbst ausbeuten, meine billigste Arbeitskraft sein. Und doch rutscht man da viel zu schnell rein. Verbringt Tag für Tag mehr Stunden am Schreibtisch, als man jemals für möglich gehalten hätte. Hat nach sechs Monaten schon mehr gearbeitet, als ein Arbeitnehmer mit 40-Stunden-Woche im ganzen Jahr arbeiten wird. Und alle klatschen Beifall. Wie fleißig und diszipliniert. Schluss damit! Eine Pause also. Den kompletten Dezember über.

Mir geht es dabei gar nicht so sehr um den „Weihnachtsstress“, ich liebe diese Zeit und vor allem auch die Posts, die ich in den letzten Jahren rund um Weihnachten gemacht habe. Ich habe es tatsächlich hinbekommen, mir trotz meines Jobs das zu bewahren, was Weihnachten ausmacht. Mir geht es eher darum, einfach mal wieder etwas anderes zu machen als zu arbeiten. Herunterzukommen. Das hätte ich auch in jedem anderen Monat machen können, aber aktuell merke ich, dass ich es JETZT brauche.

Auf keinen Fall wollte ich mich selbst ausbeuten, meine billigste Arbeitskraft sein. Und doch rutscht man da viel zu schnell rein.

 

Ich habe das relativ spontan entschieden – nachdem ich einige Kooperationsanfragen, die mir nicht zusagten, abgesagt hatte und fast alle gesponserten Posts schon im November unterbringen konnte, war irgendwann der Tag X da, an dem ich entschied, dass es so sein soll. Im Ernst: einfach ist das nicht, sich als Selbstständiger in der lukrativsten Zeit des Jahres einfach freizunehmen. So eine Auszeit passt nie rein. Für die muss man sich entscheiden und dann die Konsequenzen tragen. Ich lebe in den nächsten Wochen von meinen Ersparnissen – ich vertraue einfach darauf, dass es die richtige Entscheidung ist und dass ich diese Wochen in meine Gesundheit investiere. Bisher hat mich meine Intuition noch nie im Stich gelassen.
 
 

Meine Auszeit

Ich werde diese Auszeit dafür nutzen, mal wieder zu merken, was ICH eigentlich möchte. Wenn ich die Arbeit abziehe, was bleibt dann noch von mir übrig? Das möchte ich wissen. Die Nadine möchte ich mal wieder sehen. Ich möchte wieder Gründe entdecken, Feierabend zu machen. Denn, auch wenn ich meine Arbeit liebe und gerne viel arbeite, bleibt es am Ende des Tages meine Arbeit und nicht das Leben. Ich möchte mal wieder leben! Um dann voller Elan mit freiem Kopf im nächsten Jahr wieder mit guten Ideen und weniger Druck loszulegen.

Wenn ich die Arbeit abziehe, was bleibt dann noch von mir übrig? Das möchte ich wissen. Die Nadine möchte ich mal wieder sehen.

 

Ich habe nach meinem Instagram Post einige zum Teil sehr persönliche Nachrichten bekommen, mit der Bitte, darüber zu schreiben, was ich jetzt genau vorhabe. Wie ich entschleunigen möchte. Es ist so: Ich habe NICHTS vor. Ich habe bewusst überhaupt keine Pläne und möchte einfach nur spüren, worauf ich Lust habe. Wenn mir danach ist, im Pyjama den ganzen Tag auf der Couch zu liegen und zu lesen, dann mache ich genau das. Ohne schlechtes Gewissen und Druck, dass ich meine Zeit sinnvoller nutzen müsste. Es geht darum, mich frei von den Erwartungen anderer zu machen und nur meine eigene Stimme zu hören. Ich werde also jetzt erst Mal in den Tag hineinleben ohne ihn zu bewerten. Und genau das rate ich euch auch. Lasst euch nicht von mir sagen, was ihr machen könnt, um zu entschleunigen. Hört auf eure eigene Stimme. Lasst sie lauter werden als das Stimmenwirrwarr um euch herum und die Erwartungen der Anderen.

In sich hinein hören, was man wirklich möchte. Nicht das wollen, was alle von einem erwarten. Wenn man keine Lust auf Plätzchenbacken hat, lässt man es sein. Ich kenne das Gefühl gut, dass ich mir wünsche, etwas anderes zu wollen. Dass ich enttäuscht bin, wenn mir einfach nur danach ist, auf der Couch zu sitzen und Zeit zu verschwenden. Wenn man diese Enttäuschung allerdings überdenkt – wenn man tatsächlich nur das macht, was man will, ohne an die Erwartung oder Bewertung anderer zu denken, dann ist man plötzlich frei. Loslassen! DAS ist echte Entschleunigung für mich. Und das sollten wir uns alle von Zeit zu Zeit wert sein.

Habt es schön!
Nadine

P.S.: Eine letzte tolle Kooperation gibt es in diesem Jahr noch und dann schaue ich mal, was die Tage so bringen. Vielleicht habe ich Lust noch etwas zu bloggen, vielleicht nicht. Ich warte einfach ab! Das genehmige ich mir!


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46 Kommentare

  • antworten Dinchen 2. Dezember 2016 at 9:29

    Ach Nadine, du glaubst gar nicht, wie sehr du mir gerade mitten aus dem Herzen sprichst. Nimm dir deine Zeit. Das ist unendlich wichtig.
    Liebe Grüße!!
    Nadine

  • antworten Alena 2. Dezember 2016 at 10:00

    Liebe Nadine,

    wahrscheinlich kommen jetzt tausende Kommentare, aber ich schreibe trotzdem einen: Ich finde es SO super, was du machst! Eine absolut mutige und sicherlich nicht einfache Entscheidung, aber ich finde es sehr wichtig, dass man auf den Körper hört, auf sich aufpasst und das tut, was gut für einen selbst ist. Und dann ist es auch egal, was alle anderen denken 🙂

    Insofern: Genieß die Zeit! Und behalte dir das Vertrauen bei, dass es richtig ist und alles gut ist und sich fügt. Das ist wichtig und ich sage immer, dass das Leben zu kurz ist, um sich Sorgen zu machen.

    Ich wünsche dir den schönsten und entspanntesten Dezember!

    Alles Liebe
    Alena

    • antworten Dreierlei Liebelei 2. Dezember 2016 at 10:09

      Liebe Alena, vielen Dank für deine Worte! Das Vertrauen, dass alles so kommt, wie es kommen soll und ich nur ich selbst sein muss, habe ich erst im Laufe des letzten Jahres bekommen – das werde ich so schnell nicht wieder aufgeben. Ich glaube, es wird eher noch stärker werden. Ich habe es schon oft persönlich erlebt, dass aus einem Schicksalsschlag oder einer Krise etwas Wunderbares werden kann. Man mus es nur zulassen, es sich selbst erlauben. Ich bin also mehr als neugierig auf alles, was da kommt und versuche, mich zu entspannen 🙂

    • antworten Vanessa 2. Dezember 2016 at 10:25

      Liebe Nadine,
      ich bin eher das was man als stille Leserin bezeichnen würde, verfolge deinen Blog und Instagram nun aber schon eine längere Zeit. Ich finde es immer toll, wie ehrlich und aufrichtig du in dieser Internetwelt des schönen Scheins bist. Dein Post und diese Kolumne sprechen mir absolut aus dem Herzen und visualisieren meine Gedanken in einem hübschen Text! Deine Entscheidung ist absolut die richtige und eine intuitive Entscheidung kann nie etwas falsches haben. Behalte bitte die wahrhaftige Nadine bei und spüre sie wieder, denn das ist doch die Person die Dreierlei-Liebelei ein Gesicht gibt und die von deiner Comminity so geliebt wird. Vielen Dank für deine Arbeit und das viele Herzblut! Und ja: man merkt es!

      Herzliche Grüße und eine ruhige Weihnachtszeit,

      Vanessa

  • antworten Ute Ney 2. Dezember 2016 at 11:30

    Liebe Nadine,
    dein Blog ist einer der schönsten die ich kenne und ich bin mir sicher, dass du keine Angst haben muss, es ein wenig langsamer angehen zu lassen. Nimm dir die Zeit, die du brauchst – wir werden auf dich warten und uns freuen, wenn du wieder mit neuem Elan von dir hören lässt. Eine besinnliche Weihnachtszeit und ganz liebe Grüße sendet dir UTe

  • antworten Jacqueline 2. Dezember 2016 at 11:38

    Liebe Nadine,

    es ist sicher (und das glaube ich dir wirklich aus tiefstem Herzen) nicht einfach seine Arbeit einfach mal Arbeit sein zu lassen und das zu tun was man selbst wirklich möchte. Aber und das glaube ich auch. Es ist absolut notwendig von Zeit zu Zeit.
    Ich bin mir sehr sehr sicher, dass du sehr viele Gründe in deiner Auszeit finden wirst, warum du im neuen Jahr deinen Job immer noch so sehr liebst, aber eben auch um pünktlich wie vorgenommen Feierabend zu machen und dich auch darauf sehr zu freuen!
    Ich drücke dich von Herzen und danke dir, für deine offene, ehrliche und wunderbare Art uns die Weihnachtszeit auf eine ganz andere Weise nahe zu bringen!
    Hab es fein!
    Jacqueline

  • antworten Mareike 2. Dezember 2016 at 11:45

    Hey,
    also ich kommentiere ja eigentlich nie, aber lese schon lange mit. Heute aber mal die große Ausnahme:

    Ich finde es verdammt gut, dass du dir die Zeit nimmst und auf deinen Körper hörst! Mir ist das im Studium genauso gegangen, hatte 3 Jobs, um mich irgendwie zu finanzieren. Das ging irgendwann soweit, dass ich nicht mehr richtig schlafen konnte, Herrhythmusstörungen bekommen habe, auf einem Auge kurzsichtig wurde etc. Von daher finde ich deine Entscheidung sehr gut! Gönne dir die freie Zeit, feier schön Weihnachten! Und ich glaube ganz ehrlich nicht, dass du Leser damit verlieren wirst – wir haben doch alle abonniert. 😉

    Liebe Grüße

    • antworten Dreierlei Liebelei 2. Dezember 2016 at 12:05

      Ich hab ja nicht gesagt, dass ich diesen Monat nicht mehr blogge – ich lass es nur einfach auf mich zukommen. Ohne Druck. Tatsächlich mache ich mir ehrlich gesagt keine Sorgen wegen der Leser – es sollen ja nur die kommen, die den Blog auch lesen wollen. Keiner soll sich verpflichtet fühlen. In erster Linie ist es für jemanden, der selbstständig ist, schwierig, sich Schwächen einzugestehen und diese auch noch offen zu kommunizieren. Was könnten die Kunden denken? Dass man nicht zuverlässig ist? Könnte es sich auf deine Aufträge auswirken? Verdienst du jetzt wochenlang keinen Cent und wenn du wieder anfangen möchtest, bleiben die Anfragen aus? Das sind die Gedanken, die man sich macht. Aber es war eine intuitive Entscheidung und ich vertraue darauf, dass alles so kommen wird, wie es kommen soll. Außerdem bin ich jetzt schon überzeugt davon, dass ich in ein paar Wochen oder Monaten zurückblicke und diese Entscheidung die richtige war 🙂

  • antworten Uschi Müller 2. Dezember 2016 at 12:35

    Liebste Nadine, durch Zufall(Fräulein Ordnung) bin ich auf deinen Block gekommen…. wie gut das es DIESE gibt.
    Als ich deine Zeilen las ist mir gleich Janine Steeger eingefallen , die bei RTL aufhörte sich eine Auszeit nahm……aucb sie vertraute auf ihre innere Stimme…
    Und ich finde diesen Ansatz sehr gut… jeder Mensch braucht eine Pause… eine Pause auch von sich und seinen Dingen des Alltags..
    Ich habe auch einst vor dieser Entscheidung gestanden , sie durchgezogen wenn es auch nicht leicht war, und habe den Weg zu mir gefunden…
    Ich wünsche Dir auf deiner Reise , wo immer sie dich auch hinführen mag alles erdenklich Gute..und freue mich, wieder einmal von dir zu lesen..
    Eine gesegnete Zeit..Licht und Liebe auf deinem Weg… Uschi Müller

  • antworten Nora 2. Dezember 2016 at 13:35

    Deshalb liebe und bewundere ich deinen Blog so sehr. Du kennst vermutlich die meisten deiner Leser/innen nicht und bist dennoch so offen und ehrlich. Du schaffst das Gefühl eine gute Freundin in dir gefunden zu haben, die manchmal einen tollen Ratschlag weitergibt, ab und an ihre liebsten Rezepte teilt oder einfach nur aus ihrem Leben erzählt. Ich fühle mich hier sehr willkommen, immer verstanden und besuche deine Küche/Wohnzimmer/Garten/Arbeitszimmer super gern. Und das, obwohl ich weder dich, noch dein Zuhause wirklich kenne. Das ist eine Kunst!
    Ich wünsche dir einen großartigen Dezember

    • antworten Dreierlei Liebelei 2. Dezember 2016 at 14:24

      Das ist ein sehr sehr schönes Kompliment, vielen Dank! Insgeheim ist es nämlich das, was ich mir wünsche 🙂 Schön, dass es bei dir ankommt!

  • antworten Anja 2. Dezember 2016 at 13:48

    Liebe Nadine,
    wie immer ein wunderschön geschriebener Post!
    Ich kann voll verstehen, dass Du nach so vielen Jahren toller und vieler Beiträge mal eine Auszeit brauchst und denke, dass das auch sicher Deine Kunden verstehen. Sie sind ja auch daran interessiert, dass Dir die Ideen nicht ausgehen und Du weiter vor Kreativität sprühst und das geht nun mal nur, wenn man zwischendurch auch mal loslassen kann.
    Ich höre grade schon meinen Mann sagen: „na, da redet ja die Richtige“… auch mir fällt es schwer, aber: meine Eltern sind selbständig, mein Mann, viele unserer Freunde und ich auch… und ich weiß, dass der Schuß nach hinten losgeht, wenn man die Sache nicht ab und zu mit Abstand betrachtet und ein bisschen Luft in die Gedanken bringt.
    In diesem Sinne wünsche ich Dir eine ganz tolle Vorweihnachtszeit, erhole Dich gut und bis bald!

    • antworten Dreierlei Liebelei 2. Dezember 2016 at 14:23

      Richtig! In fließenden Gewässern spiegelt man sich nicht, nur in stehenden. Und um meinen Job gut machen zu können, muss ich schließlich wissen, wer ich bin und mich sehen können 🙂 Also bleibe ich für einen Moment stehen.

  • antworten villa_wunder 2. Dezember 2016 at 14:06

    Liebe Nadine,
    genau so, wie du es machst, ist es genau richtig und zwar für dich. Ich bin zwar nur „Lehrerin“, aber im Gegensatz zu einigen, zum Glück wenigen Kollegen, liebe ich meinen Beruf und kann häufig auch nicht abschalten, weil man in diesem Beruf eigentlich nie Feierabend hat. Für mich ist es auch unverständlich, warum Menschen, die das Gleiche erleben, häufig eher wenig kooperativ sind. Es würde unser Leben deutlich vereinfachen und verbessern. Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und, dass du die Zeit genießen kannst.
    Liebe Grüße villa_wunder

    • antworten Dreierlei Liebelei 2. Dezember 2016 at 14:21

      Ja, das ist auch eines der Dinge, die ich am schwierigsten finde – dass es so viele Menschen gibt, die sich gegenseitig das Leben schwer machen, statt sich zu helfen. Das entmutigt oft. Umso wichtiger finde ich, dass man seine Stimme nutzt, wenn man es anders machen möchte und damit einen Gegenpol bildet. Das ist letztlich auch der Grund, warum ich das öffentlich schreibe. Damit es vielleicht den einen oder anderen zum Nachdenken anregt 🙂

  • antworten Angelika 2. Dezember 2016 at 14:09

    Liebe Nadine, der Blogpost ist einfach unglaublich toll – so wie eigentlich alle deine Posts. Aber der Text hat mich extrem zum Nachdenken gebracht und ich musste echt feststellen, dass es mir in vielen Dingen ähnlich geht. Danke dafür.
    Übrigens liebe ich jeden Werbepost von dir – so schöne Werbung gibts sonst nirgends!
    Liebe Grüße und eine schöne Weihnachtszeit!

  • antworten Rosa 2. Dezember 2016 at 14:51

    Liebe Nadine,
    ich lese deinen Blog seit nun schon fast zwei Jahren still mit und dieser Post hat mich so angesprochen, dass ich dir einfach sagen wollte, wie sehr mir deine Arbeit und deine ehrlichen Posts gefallen. Ich liebe es, deine Fotos anzuschauen, mich von deinen Rezepten inspirieren zu lassen und sie nachzukochen und finde es toll, wie ehrlich du von deinem Alltag als Bloggerin berichtest. Dein Blog ist so authentisch und man merkt bei jedem einzelnem Post, wie viel Zeit und Liebe du investierst.
    Mir geht es gerade ganz ähnlich wie dir und ich finde deine Entscheidung super, denn dass das nicht einfach ist, weiß ich nur zu gut. Auch wenn die Selbstständigkeit bestimmt viel Stress und Druck mit sich bringt, ist es doch toll, dass du die Möglichkeit hast, so etwas zu machen und sie vor allem auch nutzt! Für mich geht das in dieser Form gerade nicht, aber ich versuche trotzdem, meinen Alltag nun anders zu gestalten und neben der Arbeit auch der Zeit für mich selbst und liebe Menschen genügend Platz einzuräumen. Da kam dein Post gerade richtig, denn er bestärkt mich in dieser Sache und ich nehme ihn gerne als Inspiration für die Vorweihnachtszeit – für mich ist es genau das, worum es im Advent doch eigentlich geht.
    Ich wünsche dir, dass dir diese Zeit hilft, die Nadine zu finden, die du gerne finden möchtest und es dir gelingt, dich mit viel positiver Energie für das neue Jahr vollzutanken und freue mich schon auf deine weiteren Posts! 🙂
    Alles Gute und eine besinnliche Weihnachtszeit!

    • antworten Dreierlei Liebelei 2. Dezember 2016 at 16:30

      Ich freue mich sehr über deine Worte und vor allem auch darüber, dass ich dich in dem, was du vorhast, bestärken konnte! Dir für deine Pläne auch alles Gute!

  • antworten Nora 2. Dezember 2016 at 15:34

    Du Liebe, ich kann gut nachvollziehen, was du sagst. Ich verbring mittlerweile täglich sooo viel Zeit vor dem Rechner, dass ich es körperlich anfange zu spüren. Und ich wünsche mir auch eine AUSzeit, noch ist es aber nicht möglich, da ich mit der Hochzeitssaison noch nicht fertig bin und morgen meine letzte Hochzeit des Jahres (der Saison 2016) fotografiere. Und dennoch – wo bleibt die Zeit für die Dinge, die ICH machen will? Für die freien Arbeiten, ausgiebige Blogbeiträge (bei mir ist der Blog ja immer noch mehr privat und ich hab nur wenige Kooperationen bzw. eigentlich Produktsponsorings), meiner Website die ich seit MOnaten überarbeiten will….. all das wird immer hintenangeschoben und ich muss mir die Zeit dafür wirklich nehmen. Aber wie du sagst: das MUSS auch sein und das wird im Jänner und Februar sicher kommen, wenn ich ein wenig zurückschraube und auch meine kleine Auszeiten nehme.
    GENIEßE also den Dezember – er sei dir von Herzen vergönnt 🙂

    GGLG aus Österreich!
    Nora

    • antworten Dreierlei Liebelei 2. Dezember 2016 at 16:34

      Vergiss auch dein Privatleben nicht, liebe Nora! Auch, wenn wir Jobs haben, die wir lieben, brauchen wir von Zeit zu Zeit eine kleine Pause von Projekten, neuen Websites und allem, was überarbeitet werden muss. „Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.“ – dieses Zitat von Astrid Lindgren verstehe ich jetzt erst so richtig 🙂 Weil das Nichtstun aushalten zu können, ist manchmal schwerer als alles andere. Ich wünsch dir von Herzen ein wenig (oder viel) Zeit für dich!

      • antworten Nora 2. Dezember 2016 at 20:05

        hm…. du hast sicher recht. aber ich hab das spße nichtstun mit den kindern verloren. und oft denk ich mir: ich muss ihnen das auch vorleben…. damit sie es selber für sich mal haben. aber die zeit ist immer so kurz und knapp mit allem, so sehr manchmal, dass ich dieses „website umgestalten oder zuhause umdekorieren“ als meine auszeiten seh. das tut mir dann einfach gut, weil ich es gerne mache. aber du hast recht…. hinsetzen, lesen, einen kaffee (nicht neben der arbeit) genießen. vielleicht nehm ich mir das mal für den jänner vor 😉

        glg an dich!

  • antworten Katja 2. Dezember 2016 at 17:44

    Liebe Nadine.. Ich glaube dubschreibst vielen aus der Seele.. Und ich glaube gerade denen die einen kreativen Job ausführen… Denn oft ist der Druck groß, die Erwartungen sehr hoch und gerade auch die Eigenen. Du machst das richtig, aber es ist eine schwerer schritt das zu tun… Aber das muss man eigentlich regelmäßig tun um neue Kraft, neue Energie und neue Ideen zusammen! Aber Vorallem um auch mal an sich zudenken! Toll💜💜💜 genieße deine Zeit!

  • antworten Julia 2. Dezember 2016 at 18:37

    Liebe Nadine,
    dein Blog mag ich sehr, man merkt ihm an, wie viel Arbeit dahinter steckt. Ich finde es toll, dass du deine Leser immer mit wunderschönen Fotos und Texten „versorgst“. Viele Rezepte laden zum Nachkochen/-Backen ein und ich bin ehrlich immer total gespannt auf deine Gartenposts _(haben selbst nächstes Jahr einige Projekte noch vor uns und es nimmt kein Ende). Das Gedankenkarussell …. Tja, kenne ich … leider… Und oft ist es gerade so, dass Menschen, die ihre Arbeit zuverlässig, pflichtbewusst und GUT erledigen am meisten davon geplagt sind. Den Anschein hat es zumindest…
    Ich wünsche dir in deiner Auszeit echte Erholung und dass du die Nadine in dir wieder aufleben lässt 😉

    • antworten Dreierlei Liebelei 4. Dezember 2016 at 6:16

      Vielen Dank für deine Worte! Auf die Gartenposts freue ich mich persönlich auch immer sehr – ich mag es so gerne, mir immer wieder anschauen zu können, was wann grünt und blüht! 🙂

  • antworten Evelyn Kuttig 3. Dezember 2016 at 1:48

    Liebe Nadine,

    die Handbremse zu ziehen, dem Müßiggang zu frönen, ist nach soviel Volldampf das Wichtigste überhaupt, allein schon um sich zu sortieren. Das passiert dann einfach mit der Erholung. Und mit neuer Kraft und Inspirationen geht es danach weiter … Ich weiß wie es ist, wenn eine Grenze überschritten wird. Die daraus resultierende Auszeit dauert viel länger und ist erst mal völlig genussfrei …
    Du machst alles ganz richtig, brauchst überhaupt keine Angst zu haben. Denn Du wirst sehr geschätzt und weiterhin gebraucht 🙂

    Liebe Grüße
    Evelyn

  • antworten Verena 3. Dezember 2016 at 5:17

    Liebe Nadine!

    Ich bin dir sooo unendlich dankbar für deinen Beitrag! Ich finde deine Entscheidung richtig gut, einen Gang zurückzuschalten und dem Stress mal endlich etwas nachzulassen! Ich finde es auch schön, dass du dir für deine Auszeit gerade die Vorweihnachtszeit ausgesucht hast. Es gibt ja nichts schöneres als daheim alles schön weihnachtlich zu dekorieren, zu Weihnachtsmärkten zu gehen, die schöne Beleuchtung zu bestaunen und vielleicht den einen oder anderen Punsch probieren.

    Ich kann mich so gut in dich hineinversetzen, da es mir ähnlich geht! Ich bin zwar nicht selbstständig, aber seit einigen Jahren merke ich wie der Stress mehr und mehr wächst und mir ganz schön zusetzt. Vor zwei Jahren hatte ich deshalb auch eine Gastritis, die so weit ging, dass ich fast gar nichts mehr essen konnte und innerhalb von 3 Monaten sieben Kilo verloren habe. Ich habe die dann Gott sei Dank in Griff bekommen, aber seitdem ist mein Magen anfälliger auf jede kleinste falsche Tat.
    Seit Jahren habe ich auch schon das Gefühl, wenn ich mal versuche, zu entspannen oder in der Nacht wach liege weil ich nicht einschlafen kann, auf Nadeln zu sitzen. Ich überlege, was ich in der Zeit, in der ich wachliege (so wie auch gerade jetzt), nicht alles erledigen könnte! Gerade in einem so kreativen Beruf wie du und ich (ich bin Grafik-Designerin) es haben, ist es schwer einen Ausschalt-Modus zu finden, weil man ständig Gedanken und Ideen hat und diese am besten gleich umsetzen möchte, weil man sie vielleicht ansonsten vergisst.

    Ich weiß, dass die Gesellschaft mittlerweile soviel von einem verlangt, und man versucht, es so gut wie es geht gerecht zu werden! Und wenn man nicht handelt, wie die Gesellschaft es haben möchte, gilt man gleich als „komisch“. Und das finde ich nicht fair!
    Man liest in so vielen Gesundheitsmagazinen und Zeitungen wie Stress, Burnout usw. bei uns zunimmt und das sollte uns selbst und auch jeden anderen zu denken geben, was man damit anrichten kann. Man kann nur versuchen, es selbst in Griff zu bekommen und eben, wie du es genau richtig machst, einen Gang zurückschalten! Ich für meinen Teil werde mir jetzt deine Auszeit zu Herzen nehmen und versuchen in meinem Weihnachtsurlaub etwas auszuschalten. Bis dahin gilt es noch, durchzuhalten!

    Ganz liebe Grüße aus Österreich,
    Verena

    • antworten Dreierlei Liebelei 4. Dezember 2016 at 6:25

      Lieben Dank für deine Worte! Ich wünsche dir auch das Allerbeste und ein wenig Ruhe! Mir hat der Gedanke, dass es völlig egal ist, was andere von mir wollen, solange ich mit mir und meinen Entscheidungen happy bin, sehr geholfen! Fühlt sich sehr frei an, wenn man das ein Mal verinnerlicht hat.

  • antworten Jenny 3. Dezember 2016 at 9:04

    So sehr ich Deinen Blog mag, kein Post und keine Koop können so wichtig sein wie DU.
    Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass solch eine Entscheidung schwer ist und Kraft kostet. Aber bin überzeugt, dass es der einzige Weg ist: Sich selbst ernst nehmen und auf seine Bedürfnisse hören. Ich kann auch aus eigener Erfahrung sagen: Es lohnt sich! Und ganz banal: einfach so in den Tag oder Monat hineinleben ist etwas wunderbares :-)! Genieße es! Jenny

    • antworten Dreierlei Liebelei 4. Dezember 2016 at 6:19

      Ich kenne das ja auch schon! Als ich meine letzte Festanstellung gekündigt habe, bin ich ohne Pläne für zwei Monate nach Australien geflogen und habe da auch einfach nur in den Tag hineingelebt – war großartig! Jetzt ziehe ich Australien einfach ab, damit ich hier zuhause lernen kann, abzuschalten und das in Zukunft eben auch im Alltag zu können. Und ich merke es jetzt schon: auch, wenn ich im Dezember noch zwei Jobs vor mir habe – es belastet mich gerade nicht mehr. Schönes Gefühl, einfach JETZT die Zeit zu genießen und nicht direkt schon daran zu denken, was man noch alles erledigen muss. Ich freue mich jetzt sogar richtig drauf! Weil ich Zeit zum durchatmen hatte und danach habe 🙂

  • antworten Die Rabenfrau 3. Dezember 2016 at 19:42

    Na, dann wünsche ich dir eine schöne Zeit mit deinem „Vielleicht auch nicht ganz“-Sabatical! Ich habe mir nach Rentenbeginn auch so eine Zeit genommen. Es tut gut, einfach mal den Zwängen zu entgehen und festzustellen, was man selber möchte.
    Grüßle
    Ursel

    • antworten Dreierlei Liebelei 4. Dezember 2016 at 6:18

      Ist ein richtiger Aha-Effekt, gell? Wenn einem plötzlich so richtig bewusst wird, dass es einem ja egal sein kann, was die anderen machen und denken.

  • antworten Laura 7. Dezember 2016 at 9:39

    Liebe Nadine,
    vielen Dank für diese große Portion „Nadine“, die du da mit uns geteilt hast. Total sympatisch! Ich finde es richtig gut, dass solche Gedanken und Entscheidungen nicht nur im Hintergrund laufen, sondern dass du sie teilst. Es entlastet die Menschen, die in ähnlichen Situationen stecken – und sicherlich gibt es davon genug. Ich finde jedes Jahr die Zeit ab November sehr anstrengend. Da jagt gerne mal eine Erkältung die nächste und egal ob selbstständig oder nicht, vieles soll noch abgeschlossen werden und irgendwie lässt immer meine Energie nach. Mit Neujahr geht es mir dann schlagartig wieder besser und ich freue mich auf ein neues Jahr. Ich mag die Zeit um Weihnachten herum sehr, für mich ist das immer eine Zeit der totalen Entschleunigung, mit der Besinnung auf das Wesentliche. Zeit um sich zu hinterfragen, auf ein hoffentlich gutes Jahr zurückzublicken und sich neuen Ideen für das neue Jahr zu bestücken. Ich liebe das. Schön, dass du es für dich auf den Dezember ausdehnen konntest. Bestimmt genießt du das sehr. Ich wünsche dir eine tolle Zeit!

    Deinen Blog lese ich schon lange sehr gerne und ich finde es gut, dass du auch das Thema Werbung so offen und kritisch ansprichst. Ich muss ehrlich sagen: die Posts mit Werbung lese ich in der Regel nicht, ich bin dafür überhaupt nicht empfänglich und ja, oft ärgern sich mich sogar. Dabei ist mir klar, dass alle diejenigen, die mit dem Bloggen ihr Geld verdienen, darauf angewiesen sind. Aber es stört mich sehr, wenn es auch noch Supermarkt-Produkte sind, die einfach so überhaupt nicht interessant sind. Werbung an sich ist okay und hat sicherlich ihre Daseinsberechtigung. Auf Blogs erwarte ich dann aber eher Nischen-Produkte von Firmen, die sich nicht in die Fernsehwerbung einkaufen können oder wollen und die echte Entdeckungen sind. Produkte, von deren Vorstellung der Leser wirklich etwas hat, weil man etwas richtig schönes entdecken kann. Etwas, was es eben nicht an jeder Ecke gibt. Produkte, die die Leser wirklich begeistern können, bei denen man noch eine Weile denkt: Mensch, das habe ich damals auf dem Blog von Nadine entdeckt, das war richtig gut. Das finde ich ansprechend und interessant, so lese ich zum Beispiel gerne Produktvorstellungen in Zeitschriften und freue mich über gute Hinweise. Was ich mir nicht angucke, sondern grundsätzlich wegschalte oder überblättere ist 0815-Werbung im Fernsehen oder in Zeitschriften. Und auch wenn mir klar ist, dass die Firmen mit dem Kaufen von Blogartikeln gerade das Wegschalten und Umblättern umgehen wollen: Ich tue es trotzdem und auch da. Werbung für stinknormale Verbrauchsprodukte finde ich extrem lästig und auf Blogs so unnötig wie sonst kaum was. Ich stehe im Supermarkt vor dem Konservenregal und da kaufe ich eben mal die und mal die Kichererbsen oder aber schon immer eine bestimmte, weil mich vielleicht die Qualität überzeugt. Bestimmt ändere ich es nicht, weil auf den Blogs auf einmal Bonduelle-Konserven auftauchen. Eher ärgere ich mich und denke mir: Kaufe ich nicht mehr, verschandelt mir die schönen Blogs. Genau so geht es mir mit Geramont, all den Bahlsen-Keksen und Langnese-Honig, und was eben zur Zeit überall herumgeistert.

    Ich weiß, dass das ein ganz schwieriges Thema ist und ich hoffe sehr, dass du verstehst, was ich damit sagen will. Es ist natürlich die Frage, was dem Mensch hinter dem Blog wichtig ist, was wirklich im Vordergrund steht. Ist es einfach ein Job, der dazu dient gut leben zu können und in dem Geschichten aus dem Alltag zu verkauft werden? Oder ist es etwas privates, mit ein paar Kooperationen auf wenige, wirklich interessante Produkte beschränkt. Oder gibt es auch eine Zwischenform, die dann aber immer eine schwierige Balance ist und vermutlich mehrere berufliche Standbeine benötigt, aber möglichst unabhängig bleibt. Alles ist natürlich okay, aber es war mir wichtig, das als Leserin auch mal kritisch anzumerken, dass man diese Veränderungen durchaus sieht und dass es sich definitiv lohnt, das zu hinterfragen.

    Ganz liebe Grüße
    Laura

    • antworten Dreierlei Liebelei 7. Dezember 2016 at 10:03

      Liebe Laura,
      vielen Dank für deine Worte und vor allem auch deine Kritik!

      Selbstverständlich ist es völlig in Ordnung für mich, wenn du nur ungesponserte Beiträge liest – ganz im Ernst. Ich habe für mich nur eben entschieden, dass ich ein berufliches Standbein aufgebe und mich alleine auf die Hochzeitsfotografie und das Bloggen konzentriere. Ich verrate dir auch gerne warum: als ich noch mein drittes Standbein als Mediendesignerin hatte, habe ich teilweise über Wochen hinweg locker 16 Stunden am Tag arbeiten müssen, um alles unter einen Hut zu bekommen. Das konnte und wollte ich auf Dauer nicht leisten und habe mich dann für das entschieden, was mir am meisten Spaß macht.

      Und ja, natürlich: die großen Firmen sind die, die eben das Honorar bezahlen können, womit ich meine Kosten decken kann. Ich mache gerne auch für kleinere Firmen Werbung, aber damit kann ich auf Dauer eben nicht meinen Lebensunterhalt bezahlen. Ich empfehle außerdem immer noch nur, was ich auch selbst kaufen würde. Ich sage im Laufe des Jahres unzählige Kooperationsanfragen ab, die nicht zu mir und meinem Kaufverhalten passen, auch sehr sehr lukrative. Damit verzichte ich auf sehr viel Geld – mir und meiner Überzeugung zuliebe!

      Letztlich steckt in jedem gesponserten Post immer noch zu hundert Prozent Nadine. Es dreht sich nicht um eine Anzeige oder einen TV-Spot, der von Marketing-Spezialisten erstellt und von der Firma freigegeben wurde – es sind meine Worte! Diese Posts ermöglichen mir, das zu machen, was ich liebe und davon leben zu können, ohne mich kaputt machen zu müssen! Außerdem haben meine Leser trotzdem immer etwas von den werblichen Posts – ich entwickel für jeden Post ein Konzept mit Mehrwert für meine Leser. Es gibt immer ein Rezept oder ein DIY oder ähnliches. Mit welchem Produkt es letztlich nachgemacht oder umgesetzt wird, ist ja jedem selbst überlassen.

      Aber lange Rede, kurzer Sinn: ich freue mich sehr, wenn du dir weiterhin die ungesponserten Beiträge anschaust und mir zugestehst, dass es auch die der großen Firmen geben wird 🙂

  • antworten Kerstin 7. Dezember 2016 at 22:29

    Liebe Nadine,
    auch ich bin schon seit langem stille Mitleserin bei dir, habe schon viele Rezepte nachgekocht, etliche Reisetipps begeistert und teilweise auch reise-sehnsüchtig gelesen und auch dein Post zum Thema Selbständigkeit vor einiger Zeit hat mich sehr angesprochen und inspiriert, da ich seit kurzem selbst unter die Selbständigen gegangen bin. Nun muss ich dir endlich schreiben, weil auch bei mir das Thema Entschleunigung – wie bei so vielen hier – Resonanz erzeugt. Ich glaube, dass es eines der Themen überhaupt ist in unserer beschleunigten, digitalisierten Leistungsgesellschaft, in der es immer noch das Maß aller Dinge ist, zu funktionieren und jederzeit verfügbar zu sein und in der die Gegenseite – das Entschleunigen, das Innehalten und zu Atem kommen immer noch allzu oft als Schwäche betrachtet wird. Dabei ist es gerade das, was uns Kraft tanken lässt, innere Ruhe gibt und uns hilft, uns wieder auf das zu konzentrieren, was wirklich wesentlich ist. Ich habe mich selbst vor kurzem als Achtsamkeitstrainerin selbstständig gemacht und möchte dir das Thema Achtsamkeit gerne als Inspiration mitgeben (sofern du noch nichts davon gehört hast ;)) Es gibt mittlerweile viele empfehlenswerte Bücher zu dem Thema… Ich wünsche dir auf jeden Fall eine tolle Weihnachtszeit mit vielen ruhigen, entspannten und achtsamen Momenten und freue mich trotzdem schon sehr, im nächsten Jahr wieder neue Inspirationen von dir zu bekommen!
    Liebe Grüße, Kerstin

    • antworten Dreierlei Liebelei 8. Dezember 2016 at 6:55

      Vielen Dank für deine Worte! Ich recherchiere schon eine ganze Weile zum Thema Entschleunigung und ja, auch das Thema Achtsamkeit ist ein ganz großes hier. Ohne diese Recherche hätte ich wahrscheinlich gar nicht das Bewusstsein entwickelt, dass ich eine Pause brauche – ich mache ja schließlich, was ich liebe. Wovon brauche ich eine Pause? So würde ich wahrscheinlich immer noch denken. Es war tatsächlich ein weiter Weg bis zu dem Punkt, an dem ich mir diese Auszeit „erlaubt“ habe. Ohne achtsam auf mein Innerstes zu hören, wäre es dazu wahrscheinlich nie gekommen.

  • antworten Weihnachtliche Tischdekoration mit Lebkuchenmann aus Schokolade 12. Dezember 2016 at 7:14

    […] Dann kann man sich auf die Freude konzentrieren, die man dabei empfindet. Jetzt wo ich dank meiner Auszeit nichts mehr MUSS, möchte ich nämlich wieder. Ich war überwältigt von den ganzen Ideen, die ich […]

  • antworten Ravioli mit gezupfter Ente | Seelenschmeichelei 18. Dezember 2016 at 8:36

    […] Auszeiten in der geschäftigsten Zeit des Jahres und über echte Entschleunigung, darüber hat Nadine sehr wahre Worte geschrieben. Überhaupt lieb ich ihre Kolumnen […]

  • antworten Hallo 2017! {Meine Auszeit, mehr Akzeptanz und die Neujahresmotivation} 13. Januar 2017 at 6:43

    […] Blogpause beginne ich heute ein neues Kapitel Dreierlei Liebelei. In meiner Kolumne, die meine Auszeit ankündigte, begann ich den Post noch mit den Worten „Ich tauge eigentlich nicht allzu gut […]

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