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Tomatenliebelei – Von der Aussaat bis zur Ernte. Teil 2: Tomaten pikieren und umtopfen

21. März 2017

Was muss ich beim Pikieren beachten und wann topfe ich um?

Hände hoch! Wer hat nun auch schon einen kleinen Pflanzenkindergarten auf der Fensterbank stehen? Bei mir sind tatsächlich fast alle Tomatensamen aufgegangen und die Keimlinge waren rund zehn Tage nach der Aussaat etwa zwei bis vier Zentimeter groß. Allerspätestens, wenn sich ihr erstes, echtes Blattpaar nach den Keimblättern zeigt, wird es für die Kleinen in den Anzuchttöpfen dann schnell zu eng und die Nährstoffe reichen nicht mehr aus, um alle zu versorgen. Dann wird es Zeit, die Tomaten zu pikieren, was so viel wie vereinzeln heißt.

Tomaten selbst ziehen: Was muss ich beim Pikieren beachten und wann topfe ich um?

Natürlich könnte man sich diesen Schritt sparen, indem man anfangs nur jeweils ein Samenkorn in jedes Töpfchen legt. Da ich aber mehrere Pflanzen von einigen Sorten ziehen möchte, wäre bei mir schnell kein Platz mehr im Zimmergewächshaus – deshalb wird bei mir vereinzelt, nachdem die Keimlinge etwas gewachsen sind. Wenn ihr zu viele Pflanzen ausgesät habt, könnt ihr nun einfach nur die stärksten, größten Pflanzen behalten und den Rest wegwerfen. Ich bekomm das nie über´s Herz und topfe alle um.

Tomaten selbst ziehen: Was muss ich beim Pikieren beachten und wann topfe ich um?

Tomaten pikieren und umtopfen: Das braucht ihr

Anzuchterde
Auch jetzt, wo die Pflanzen umgetopft werden, sollte man wieder spezielle, nährstoffarme Anzuchterde (Partnerlink) benutzen. Normale Blumenerde ist zu stark gedüngt, die würde die zarten Wurzeln der Keimlinge verbrennen.

Pflanztöpfe
Jeder Keimling wird nun in einen eigenen Pflanztopf (Partnerlink) mit etwa neun bis zwölf Zentimeter Durchmesser gepflanzt. Ich sammel das ganze Jahr über gebrauchte Töpfe und spüle sie vor dem Bepflanzen gründlich und heiß ab.

Blumentöpfe oder Unterteller
Für jeden Pflanztopf braucht man nun entweder einen Blumentopf, einen Unterteller, irgendein anderes, wasserhaltendes Gefäß oder eine andere Unterlage.

Pflanzenschilder
Jetzt auch sehr wichtig: wenn ihr verschiedene Sorten gezogen habt, beschriftet oder markiert jeden Topf. Ich benutze die mit Bleistift vom Liebsten beschrifteten Holzspatel weiterhin und habe alle Töpfe mit verschieden farbigen Masking Tapes markiert, um sie auseinanderhalten zu können.

Pikierwerkzeug
Um die zarten Wurzeln vorsichtig voneinander trennen zu können, braucht man evtl. ein Werkzeug. Es gibt speziell dafür entwickelte Pikierstäbe (Partnerlink) – ich nutze allerdings einfach den schmalen Stiel eines Löffels oder die Hände.

Tomaten selbst ziehen: Was muss ich beim Pikieren beachten und wann topfe ich um?

Tomaten pikieren und umtopfen: Das müsst ihr beachten

Der Zeitpunkt zum Pikieren ist gekommen, wenn sich nach den Keimblättern das erste, richtige Blattpaar bildet. Wer jeweils nur ein Samenkorn in ein Anzuchtgefäß gesät hat, kann sich das Vereinzeln sparen, topft aber nun auch um, damit die Wurzeln mehr Platz bekommen, sich zu entwickeln.

Ganz wichtig: da bei uns meist um diese Zeit das Tageslicht noch nicht wirklich ausreicht und es in den Räumen auch noch ziemlich warm ist, neigen die Pflanzen dazu, zu „vergeilen“ – so nennt sich das, wenn sich lange, dünne, instabile Stängel entwickeln. Das ist nicht tragisch, wie ihr seht, ist das bei mir auch der Fall. Das war in den letzten beiden Jahren auch so und trotzdem wurden im Sommer reichtragende Sträucher daraus.

Dem kann man nun sehr gut entgegenwirken, in dem man die Keimlinge viel tiefer pflanzt. Die Tomaten bilden nun auch oberflächlich neue Wurzeln, was ihnen Halt und Stabilität verleiht. Einfach so tief es geht in die neuen Pflanztöpfe einsetzen – die Blätter müssen selbstverständlich oben rausschauen und sollten die Erde nicht berühren.

Tomaten selbst ziehen: Was muss ich beim Pikieren beachten und wann topfe ich um?

Tomaten selbst ziehen: Was muss ich beim Pikieren beachten und wann topfe ich um?

Tomaten selbst ziehen: Was muss ich beim Pikieren beachten und wann topfe ich um?

Tomaten selbst ziehen: Was muss ich beim Pikieren beachten und wann topfe ich um?

Tomaten pikieren und umtopfen: So funktioniert´s

1. Wer, wie ich, in Anzuchttöpfe gepflanzt hat, kann sie nun einfach, wie auf dem Foto oben gezeigt, erst halbieren und dann vierteln. Wer in andere Aussaatgefäße gesät hat, muss vorsichtig mit dem Pikierstab oder dem Stiel eines Löffels die Pflänzchen voneinander trennen, ohne die Wurzeln zu beschädigen.

2. Das Pflänzchen wird nun mittig mit samt dem Anzuchttopf oder den Stücken des Anzuchttopfes in den Pflanztopf gesetzt und vorsichtig von allen Seiten mit Erde umschlossen, bis nur noch die Blätter herausschauen – bitte etwa einen Zentimeter Rand zum Gießen übrig lassen. Zwischendurch die Erde immer mal wieder vorsichtig mit einem Löffel festdrücken und am Ende kräftig angießen. Bitte auch jetzt schon darauf achten, dass die Blätter nicht nass werden.

3. Jetzt sollten die Pflänzchen weiterhin hell, aber nicht mehr ganz so warm stehen. Ein Platz auf der Fensterbank eines Ost-, Süd- oder Westfensters ist perfekt. Spätestens jeden zweiten Tag sollte man kontrollieren, ob die Erde noch feucht genug ist.

Tomaten selbst ziehen: Was muss ich beim Pikieren beachten und wann topfe ich um?

Tomaten selbst ziehen: Was muss ich beim Pikieren beachten und wann topfe ich um?

Jetzt erzählt mal: wie lief es bei euch? Hattet ihr Probleme? Habt ihr noch Fragen, habe ich vielleicht etwas vergessen? Ich würde mich natürlich immer noch wahnsinnig freuen, wenn ihr diese Tipps mit anderen teilt, auf Pinterest fleißig diesen Pin weiterpinnt und wenn ihr mir (und den anderen, die mitmachen) weiterhin auf Instagram unter #tomatenliebelei eure Fortschritte zeigt.

Ich habe mir nämlich überlegt, dass es doch schon wäre, am Ende des Sommers dann eine kleine Saatgut-Tauschbörse zu veranstalten, oder? Und da wären wir über Instagram direkt miteinander vernetzt und könnten sehen, was die jeweils anderen angebaut haben. Seid ihr dabei?

Habt es schön!
Nadine

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17 Kommentare

  • antworten Tomatenliebelei – Von der Aussaat bis zur Ernte. Teil 1: Tomaten aussäen 21. März 2017 at 7:49

    […] Habt es schön! Nadine Tomatenliebelei – Von der Aussaat bis zur Ernte. Teil 2: Tomaten pikieren und umtopfen […]

  • antworten Nadine 21. März 2017 at 8:05

    Liebe Nadine,
    Da ich in diesem Jahr sowieso vorhatte, Tomaten anzupflanzen, kam deine Tomatenliebelei-Reihe genau rechtzeitig. So viele nützliche Tips, die auf einer Saatgut-Packung eben einfach nicht zu finden sind 😉
    Klar, dass ich im Gartencenter eskaliert bin, denn neben den geplanten 3 Päckchen landeten noch 16(!) Frühblüher für den Balkon und ein Magnolienbaum für den Garten im Einkaufswagen. Typisch!!!
    Meine Keimlinge sind übrigens suuuper gewachsen und es bereitet mir so viel Freude, sie dabei zu beobachten. Jedes Mal entschlüpft mir ein hysterischer Quieker, wenn ich was neues entdecke!
    Vielen Dank!! Nadine

    • antworten Dreierlei Liebelei 21. März 2017 at 8:10

      Das freut mich sooo so sehr! Ich bin auch ab März den ganzen Sommer über Stammkundin im Gartencenter 😉
      Und auch, wenn ich nun schon zum dritten Mal selbst aussäe, freue ich mich jedes Mal wahnsinnig darüber, wenn etwas aus den Körnchen wird und langsam alles grün wird. Das macht einfach happy! Dir (bzw. euch) auch viel Freude weiterhin!

  • antworten Nora 21. März 2017 at 13:13

    Ich habe erst vor zwei Tagen ausgesät, daher ist noch nichts zu sehen. Kann es kaum abwarten 🙂 Es gibt ganz schlicht und einfach rote und gelbe Wildtomaten, sie sind nicht zu groß und sehr robust. Die Roten stammen aus dem alten Garten meiner Mutter, sie wachsen dort frei schon seit mehreren Generationen, was ich ziemlich toll finde!

  • antworten Sarah 22. März 2017 at 17:37

    Hallo liebe Nadine,

    ich habe in der Tat eine Frage. Ich habe sehr viele Tomatensamen gepflanzt (alle schon vereinzelt), aber nicht soviel Platz.
    Könnte man auch mehrere Tomatenpflanzen in einen Topf pflanzen, der dann entsprechend größer als 9 cm ist?

    Danke für deine Rückmeldung und LG Sarah

    • antworten Dreierlei Liebelei 23. März 2017 at 6:52

      Das kann ich dir leider nicht guten Gewissens beantworten, liebe Sarah, da ich es selbst nicht wirklich weiß. Allerdings spricht wahrscheinlich nichts dagegen – es kann nur sein, dass die Pflanzen dann entsprechend kleiner bleiben, weil die Wurzeln nicht genug Platz haben. Und es könnte auch sein, dass die Wurzeln sich verschlingen und du später beim Umtopfen Probleme bekommst, sie zu trennen.

      • antworten Sarah 23. März 2017 at 7:55

        Ok, Danke dir.
        Na mal sehen, wenn wirklich alle Pflanzen sprießen, gebe ich vlt ein paar ab an Gartenfreunde ☺
        LG

  • antworten Herr Lagerfell 24. März 2017 at 16:35

    Ich hab auch gerade erst angefangen, weil erfahrungsgemäss die Pflanzen bei mir zu stark vergeilen bis ich sie ins Gewächshaus setzen kann.
    Muss aber auch gestehen: ich säe nur noch 2 Sorten, die restlichen Pflanzen hol ich mir von einem tollen kleinen Markt ums eck, der Tomatenraritäten – Jungpflanzen anbietet.

  • antworten Merle 28. März 2017 at 17:14

    Liebe Nadine!
    Danke für deine tolle Tomatenserie! Ich probiere dieses Jahr zum ersten Mal selbst Tomaten zu ziehen, und die Serie ist Gold wert!
    Ich habe gerade heute meine ersten Tomaten pikiert – und nun gehen sie alle ein. Alle meine kleinen Pflänzchen hängen mit den Blättern und auch mit den Stängeln. Ist das nur durch das umpflanzen oder kann ich sie noch irgendwie retten? Hast du ähnliches erlebt? Ich war sehr vorsichtig beim pikieren und nutze Anzuchterde. Die Tomaten stehen sonnig auf der Fensterbank.
    Ich hoffe sehr, dass du ein paar Tipps hast!
    Liebe Grüße von Merle

    • antworten Dreierlei Liebelei 28. März 2017 at 21:42

      Liebe Merle, die Sonne ist (zumindest bei uns) fast schon ein bisschen zu stark im Moment. Direkte Sonne ist etwas zu heftig für die zarten Pflänzchen. Kann sein, dass es daran liegt. Probier mal aus, ob sie sich wieder erholen, wenn sie zwar hell, aber nicht in der direkten Sonne stehen.

  • antworten Satiye Basaran 10. April 2017 at 13:07

    Liebe Nadine
    Meinst du ich kann meine pikierten Pflänzchen in einer durchsichtigen IKEA Box (als Gewächshausersatz) auf die sonnige Terasse stellen? Ich habe so gar keine Erfahrung. LG Satiye

    • antworten Dreierlei Liebelei 11. April 2017 at 7:24

      Liebe Satiye, ich fürchte leider, dass deine Tomaten draußen in der Plastikbox eingehen würden. Sie bekommen da drin zu wenig Luft und die pralle Sonne vertragen sie jetzt auch noch nicht so gut. Behalt sie lieber noch ein wenig drin. Grüße, Nadine

  • antworten Tomatenliebelei – Von der Aussaat bis zur Ernte. Teil 3: So bekommt ihr kräftige Pflanzen – Dreierlei Liebelei 11. April 2017 at 8:06

    […] Tomatenliebelei – Von der Aussaat bis zur Ernte. Teil 1: Tomaten aussäen Tomatenliebelei – Von der Aussaat bis zur Ernte. Teil 2: Tomaten pikieren und umtopfen […]

  • antworten Andrea 11. April 2017 at 23:02

    > Ich habe mir nämlich überlegt, dass es doch schon wäre, am Ende des Sommers dann eine kleine Saatgut-Tauschbörse zu veranstalten, oder? Und da wären wir über Instagram direkt miteinander vernetzt und könnten sehen, was die jeweils anderen angebaut haben. Seid ihr dabei?

    Hallo Nadine,
    ich bin weder auf Pinterest noch Instagram oder sonstigen sozialen Netzwerken aktiv (außer bei Xing), aber im realen Leben Tomatensamen tauschen, da wäre ich sofort dabei! Das hatte ich nämlich auch schon länger mal vor.
    Beste Grüße aus Paderborn,
    Andrea (Tomaten-Gärtnerin im 6. Jahr, dieses Jahr zum zweiten Mal pikiert – hoffentlich mit mehr Erfolg als im letzten Jahr)

  • antworten Tomatenliebelei – Von der Aussaat bis zur Ernte. Teil 4: Tomaten auspflanzen & ausgeizen – Dreierlei Liebelei 16. Mai 2017 at 9:00

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  • antworten Tomatenliebelei – Von der Aussaat bis zur Ernte. Teil 5: Saatgut aus frischen Tomaten sichern + Tomatensalsa – Dreierlei Liebelei 13. Juni 2017 at 9:07

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